USA – Politik 07. Jan 2026

Träger von «Camp Auschwitz»-Hoody erneut angeklagt

Robert Keith Packer ist erneut angeklagt.

Fünf Jahre nach dem versuchten Putsch-Versuch und Sturm auf das US-Kapitol von Trump-Anhängern am 6. Januar 2021.  

Vor fünf Jahren stürmten von Trump aufgehetzte MAGA-Loyalisten das US-Kapitol, um die gesetzmässige Machtübergabe an den Wahlsieger Joe Biden zu verhindern. Darunter fiel ein langhaariger, bärtiger Mann in einem schwarzen Kapuzenpullover mit der Aufschrift «Camp Auschwitz» auf. Dabei handelte es sich um den Klempner Robert Keith Packer aus Newport News, Virginia. Auf dem Rücken des Hoodies stand «STAFF» (Mitarbeiter), auf der Vorderseite waren zudem ein Totenkopf und das Motto am Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz «Work Brings Freedom» (Arbeit macht frei) zu sehen. Packer und sein Aufzug wurden zum Symbol des gewalttätigen Rassismus und Antisemitismus in der Trump-Bewegung, die im letzten Jahr rasant immer weitere Kreise gezogen haben.

Packer wurde eine Woche nach den Ausschreitungen verhaftet. Unter dem Sweatshirt hatte er ein T-Shirt mit der Aufschrift «Schutzstaffel» getragen, also der SS. Packers zeigte nicht das einzige antisemitische Symbol an diesem Tag. Andere Putschisten trugen die Flagge von «Kekistan», einem von Neonazis erfundenen Staat, dessen Symbol an ein Hakenkreuz erinnert. In den Wochen vor den Ausschreitungen demonstrierten Mitglieder der faschistischen Proud Boys in Washington, D.C., in T-Shirts mit den Initialen 6MWE, kurz für «Six Million Wasn’t Enough» (Sechs Millionen waren nicht genug).

Packer war bei dem Putsch-Versuch 56 Jahre alt und wurde wegen unbefugten Betretens des Kapitols und Ruhestörung festgenommen und angeklagt. Bundespolizisten stellten in seinem Haus zahlreiche Nazi- und andere rassistische Materialien sicher, darunter Hakenkreuze und ein Bild von Hitler. Laut Staatsanwaltschaft war Packer seit 25 Jahren ein Wiederholungstäter mit 21 Verurteilungen gewesen, hauptsächlich wegen Trunkenheit am Steuer, aber auch wegen Diebstahls, Drogenbesitzes und Urkundenfälschung. Im September 2022 verurteilte ihn ein Bundesrichter zu 75 Tagen Haft und 500 Dollar Schadensersatz.

Trump hat ihn vor einem Jahr als erste Amtshandlung nach seiner Rückkehr ins Weisse Haus mit etwa 1500 anderen Personen begnadigt, die wegen Straftaten im Zusammenhang mit dem 6. Januar angeklagt worden waren. Seitdem wurde Packer in Newport News festgenommen, weil er seine Hunde auf andere Menschen gehetzt hatte. Dabei mussten vier Personen in ein Spital eingeliefert und behandelt werden. Dazu kamen weitere Anklagen wegen Gewaltverbrechen. 

Das «Camp-Auschwitz-Sweatshirt» wurde nach Beschwerden der ADL und anderer Organisationen von grossen Händlern wie Amazon, eBay, Etsy oder Walmart aus dem Angebot genommen, ist aber laut dem «Forward» weiterhin bei kleineren Online-Shops zu finden (Link).
 

Andreas Mink