USA-Politik 02. Dez 2019

«Tod am Strang» für Ilhan Omar

Die Demokratin Ilhan Omar sieht sich immer wieder Aggressionen der Rechten ausgesetzt.

Nach rabiaten Äusserungen hat Twitter das Konto der Republikanerin Danielle Stella suspendiert.

Danielle Stella gehört zu dem halben Dutzend republikanischer Bewerber um die Nominierung für eine Kandidatur gegen die Demokratin Ilhan Omar in Minnesota. Doch am Donnerstag hat Twitter der Konservativen das Konto auf Dauer gesperrt und so eine Plattform für die Verbreitung ihrer Botschaft genommen. Anlass waren zwei Posts von Stella. Sie hatte zunächst die unter Rechten zirkulierende Verleumdung verbreitet, Omar sei eine Agenda Katars und Irans (Link).

In einem zweiten Tweet erklärte Stella dann, sollte sich diese Behauptung bestätigen, müsste die Immigrantin aus Somalia wegen Hochverrats vor Gericht gebracht und erhängt werden (Link).

Stella doppelte nach ihrer Sperrung nach und behauptete, sie sei das Opfer von Heuchelei und Hysterie auf der Linken geworden: Schliesslich habe sie nur theoretisch gesprochen und Omar nicht direkt Landesverrat vorgeworfen. Und darauf stünde eindeutig die Todesstrafe durch Erhängen oder ein Erschiessungs-Kommando.

Anschliessend erklärte Stella der konservativen «Washington Times», ihr Plädoyer für die Durchsetzung von Bundesgesetzen beweise, dass «Twitter stets für Terroristen, Hochverräter, Pädophile und Vergewaltiger eintreten und diese schützen wird» (Link).

Ilhan Omar ist neben ihrer Kollegin Rashida Tlaib aus Michigan die erste Muslima im US-Kongress und als solche eine bevorzugte Zielscheibe von Donald Trump und anderen Konservativen. Zu der Affäre um Danielle Stella hat die republikanische Partei bislang nicht offiziell Stellung bezogen (Link).

Andreas Mink