Neuverteilung von Wahlkreisen macht Entscheidungen zusätzlich komplex.
Auch in Florida stehen heute Dienstag bei Kongress-Vorentscheidungen Gegner und Unterstützer Israels zur Wahl. Ungewöhnlich dabei: hier gilt dies für beide Parteien, also nicht wie in Michigan allein für die Linksliberalen.
Die Entscheidungen werden durch die regionale Neuverteilung der Bezirke durch die republikanische Mehrheit im Gliedstaats-Parlament noch komplexer. Im 23. Kongress-Bezirk wird der demokratische Mandatsträger Jared Moskowitz von Oliver Larkin herausgefordert, einem Exponenten der «Democratic Socialists of America» (DSA). Larkin dürfte bei den Entscheidungen im November deutlich schwächere Chancen haben, da der neue Wahlkreis eher zu den Republikanern tendiert und gleichzeitig Heimat einer der grössten jüdischen Wählergruppen des Landes ist.
Dennoch agitiert Larkin unverdrossen gegen Israel und das amerikanisch-israelische Bündnis. Er hat jüngst die Abgeordnete Rashida Tlaib aus Michigan zu gemeinsamen Events eingeladen. Tlaib ist palästinensischer Herkunft und die härteste Gegnerin Israels im US-Kongress. Moskowitz dürfte heute bessere Chancen haben, aber Larkins Abschneiden dürfte dennoch Auskunft über die Stimmung der Basis in einem tendenziell sehr Israel-freundlichen Bezirk geben.
Im benachbarten 20. Wahlbezirk steht Debbie Wasserman Schultz vor einer stark veränderten Wählerschaft. Die 59-Jährige hatte sich entschieden, in einem neuen Bezirk anzutreten, der einen höheren Anteil schwarzer Einwohner aufweist und etwas progressiver eingestellt ist als ihr bisheriger. Sie konkurriert mit mehreren Schwarzen, was deren Stimmen spaltet und ihr Vorteile – aber auch bösen Willen aus der Basis einträgt. Als ihr stärkster Gegner gilt der linke Aktivist Elijah Manley, ein offen schwuler Konvertit zum Judentum. Auch der 27-Jährige ist nun mit Tlaib aufgetreten.
Auf republikanischer Seite wird Randy Fine als einer von nur vier jüdischen Konservativen im Kongress im 6. Kongress-Bezirk Floridas von dem judenfeindliche Verschwörungstheoretiker und Podcaster Dan Bilzerian heraus gefordert. Laut dem «Combat Antisemitism Movement» sind ein Drittel von Bilzerians Wahlkampfbotschaften explizit antisemitisch. Das israelische Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten stuft ihn als weltweit führenden antisemitischen Influencer für das Jahr 2025 ein.
Bilzerian propagiert einen KI-generierten Wahlkampfspot auf «Stürmer-Niveau», der Fine in Liedform vorwirft, er verlange von Amerikanern, für Israel zu sterben. Fine wird als blutiger Mörder, «jüdischer Suprematist» mit Teufelshörnern, «Shylock» und «gruseliger kleiner Handlanger Satans» diffamiert. Der Spot zeigt zudem Adolf Hitler in Freizeitkleidung beim Malen, verunglimpft Fine als «fetten Juden» und illustriert, wie er geteert und gefedert wird (Link).
Fine gilt jedoch als Favorit. Dies gilt bei der republikanischen Vorwahl für das Gouverneursamt für den von Trump unterstützten Abgeordneten Byron Donalds. Der Afroamerikaner liegt vor dem offen rassistischen und antisemitischen James Fishback (Link).