USA – Medien 18. Aug 2026

«Forbes» entlässt Chefredakteur

Randall Lane auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2021.

Randall Lane hatte ein «Geschenk» von sechs Millionen Dollar von einem Partner-Unternehmen angenommen.  

Wie nun bekannt wird, hat das Wirtschafts-Magazin «Forbes» bereit im Juli den für redaktionellen Inhalte verantwortliche Chefredakteur (Chief Content Officer) Randall Lane entlassen. Die Unternehmensleitung hatte erfahren hatte, dass der 58-Jährige jüdischer Herkunft eine Zahlung von sechs Millionen Dollar vom Gründer der Partnerfirma Shook Research erhalten hatte. Lane erhielt die Zahlung direkt von RJ Shook, dem Gründer und Leiter von Shook Research. 

Das Unternehmen kooperiert seit 2016 mit «Forbes» bei der Veröffentlichung von Ranglisten etwa für Vermögensberater – ein zunehmend wichtiger Teil des Brands der Publikation. Shook Research gewann als Dienstleister ebenfalls an Aufmerksamkeit in der Branche. Die Zahlung erfolgte anscheinend, nachdem Shook im vergangenen August eine Mehrheitsbeteiligung an seiner Firma an die Private-Equity-Gesellschaft PPC Enterprises verkauft hatte.

Weder Shook, noch Lane oder die «Forbes»-Führung haben anhin Motive oder Hintergründe für die ungewöhnliche Zahlung offengelegt. Anscheinend hat Lane die Zahlung als Geschenk in Anerkennung von Ratschlägen betrachtet, die er Shook über die Jahre hinweg gegeben hatte.

Forbes verpflichtet Mitarbeitenden offiziell, vor der Aufnahme externer geschäftlicher Aktivitäten eine Genehmigung einzuholen. Unternehmensrichtlinien untersagen Mitarbeitenden, persönlich – direkt oder indirekt – von geschäftlichen Transaktionen des Hauses zu profitieren. 

Lane erklärte gegenüber der «New York Times» einen Fehler gemacht zu haben. Er übernehme die Verantwortung dafür und bedauere seine «schwere Fehleinschätzung zutiefst». Lane war 15 Jahre für «Forbes» tätig, aber nicht für die operative Abwicklung der Geschäftsbeziehung mit Shook Research zuständig. Laut Insidern lernten Lane und Shook einander 2013 während einer von «Forbes» organisierten humanitären Reise nach Liberia näher kennen. Lane sei dann zu einem «inoffiziellen Berater und Gesprächspartner Shooks» geworden.

Belege für die Zahlung, die aus Shooks eigener Tasche stammte, kamen ans Licht, als PPC Enterprises nach der Übernahme von Shook Research die E-Mail-Korrespondenz des Unternehmens durchsah.

Lane wurde bei «Forbes» inzwischen übergangsweise durch Kerry Lauerman ersetzt. Die Kooperation mit Shook Research hält laut der Website der Firma an. Lane konzentriert sich nun auf eigene Projekte und ist bei professionellen Pferderennen aktiv, hat aber auch in Philadelphia ein von ihm geschriebenes Rock-Musical über Benjamin Franklin mit dem Titel «The Sound of America» auf die Bühne gebracht. Darin wird der Gründervater als «Amerikas erster Rockstar» dargestellt (Link).
 

Andreas Mink