Nach tödlichen Schüssen auf einen palästinensischen Lehrer im Westjordanland ist ein israelischer Siedler vor Gericht angeklagt worden. In der Anklageschrift werde dem 33-Jährigen fahrlässige Tötung vorgeworfen, berichteten israelische Medien.
Bei dem Vorfall in der Nähe von Hebron habe der Anklagte im Juli vergangenen Jahres während einer Konfrontation mit Bewohnern eines palästinensischen Dorfes in Richtung einer Menschenmenge geschossen, hiess es in den Berichten. Von den Schüssen wurde laut Zeugenaussagen ein Englischlehrer, der sich auch gegen Siedlergewalt einsetzte, tödlich getroffen.
Die Konfrontation ereignete sich im Dorf Umm al-Chair. Dieses liegt in einem Gebiet des besetzten Westjordanlands, das in dem Oscar-prämierten Film «No Other Land» zu sehen ist. Der bei dem Vorfall getötete Aktivist, der in den Palästinensergebieten sehr bekannt ist, hatte bei der Produktion mitgewirkt.
Vor dem Bezirksgericht in der Wüstenstadt Beerscheva muss sich der Siedler auch wegen bewaffneten unbefugten Betretens eines Grundstücks sowie wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung verantworten.
Es kommt relativ selten vor, dass die israelische Justiz Siedler wegen Gewalttaten gegen Palästinenser strafrechtlich belangt. In den vergangenen Jahren war es zu einer Häufung von Gewalttaten israelischer Siedler im Westjordanland gegen palästinensische Einwohner gekommen.