Bericht der «Financial Times».
Seit Anfang März liefert Russland Kampfdrohnen nach Iran. Gespräche dazu liefen kurz nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf die Islamische Republik am 28. Februar an. Bald darauf begannen Lieferungen, die anscheinend auch oder womöglich vorwiegend über das Kaspische Meer gingen.
Dies berichtet die «Financial Times» (FT) in Berufung auf westliche Geheimdienstberichte am Mittwochabend. Moskau habe zudem Medikamente und Lebensmitteln an den Iran geschickt. Dazu kämen – bereits in Medien publizierte – Hilfen in Form von Satellitenbildern, Zieldaten und nachrichtendienstlichen Informationen.
Treffen die Berichte über Drohnen-Lieferungen zu, würde dies eine weitere und gefährliche Eskalation des nun fast vier Wochen währenden Konfliktes darstellen. Moskau wolle damit «nicht nur die Kampffähigkeiten der Iraner stärken, sondern auch die allgemeine politische Stabilität des Regimes in Teheran absichern», so die FT-Informationen.
Die Entsendung von Einweg-Angriffsdrohnen quer durch den Nahen Osten ist zu einem zentralen Bestandteil der iranischen Militärstrategie geworden. Seit Ausbruch der Kämpfe hat der Iran mehr als 3000 solcher Drohnen aus eigener, kostengünstiger Produktion abgefeuert. Russland produziert seit 2023 Drohnen auf der Grundlage iranischer Baupläne für den Einsatz in der Ukraine. Moskau hat diese jedoch stark modifiziert und bei der Umgehung von Luftabwehrsystemen und dem Transport schwererer Nutzlasten deutlich effektiver gemacht.
Die FT zitiert Experten, wonach Iran vor allem an diesen Techniken und Modifizierungen interessiert sei. Dabei seien sich westliche Militärs noch unklar darüber, welche Drohnen Moskau konkret an Teheran schickt. Eine erste, Anfang Monat beschlossene Lieferung soll bis Ende März abgeschlossen werden. Wahrscheinlich sende Moskau lediglich Modelle wie die «Geran-2», die auf der iranischen «Shahed-136» basiert. Israel hat angeblich vergangene Woche eine wichtige militärische Transferroute zwischen Russland und dem Iran am Kaspischen Meer mit Luftangriffen ins Visier genommen.
Die fortschrittlichen Systeme aus Russland könnten die Effektivität iranischer Drohnenangriffe steigern – insbesondere dann, wenn Teheran nicht über die nötige Zeit verfügte, diese Technologie in seine eigenen heimischen Systeme zu integrieren.
Angeblich hat Teheran den Verbündeten um die Lieferung fortschrittlicherer Luftverteidigungssysteme ersucht. Moskau habe iranische Anfragen bezüglich des hochmodernen S-400-Systems jedoch zurückgewiesen, da dies eine Eskalation der Spannungen mit den USA riskiere. Das iranische Militär wäre auf eine umfassende Ausbildung und Einweisung angewiesen, um das komplexe S-400-System bedienen zu können. Dazu müssten russische Besatzungen unter realen Kampfbedingungen auf US-Kampfflugzeuge zielen.
Beide Länder haben 2025 Jahr ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft getroffen. Doch dieses umfasst keine Verpflichtung der Vertragsparteien zur gegenseitigen militärischen Verteidigung (Link).