Hollywoodstar Mark Ruffalo hat den Vorwurf von Paramount zurückgewiesen, bei seiner Kritik an der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery antisemitische Ressentiments bedient zu haben. Seine Äusserungen richteten sich gegen politische und geschäftliche Entscheidungen, nicht gegen jüdische Menschen.
Ruffalo hatte die rund 111 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch den von David Ellison geführten Paramount-Konzern kritisiert. Dabei verwies er auch auf dessen Vater, den Oracle-Mitgründer Larry Ellison, und auf Technologien des Unternehmens, die vom israelischen Militär eingesetzt würden. Ruffalo brachte diese Verbindungen mit «Genozid» und «Apartheid» gegenüber den Palästinensern in Verbindung.
Paramount erklärte daraufhin, Ruffalo verwende in einem geschäftlichen Konflikt antisemitische Stereotype und instrumentalisiere Begriffe, die mit realem menschlichem Leid verbunden seien. Der Schauspieler bezeichnete den Vorwurf als «empörend und grundlegend unehrlich». Die Kritik am israelischen Ministerpräsidenten, an militärischen Technologieverträgen oder an den beteiligten Managern dürfe nicht mit Feindseligkeit gegenüber Juden gleichgesetzt werden. Er habe «tiefe Liebe und grossen Respekt» für jüdische Menschen.
Der Direktor des Simon Wiesenthal Center, Jim Berk, unterstützte dagegen Paramounts Kritik. Legitime politische Auseinandersetzungen dürften nicht in die Dämonisierung jüdischer Persönlichkeiten oder die Verwendung antisemitischer Narrative umschlagen. Ruffalo engagiert sich seit Jahren für die palästinensische Sache und gehört zu den Unterzeichnern eines Boykottaufrufs gegen israelische Filminstitutionen. Die geplante Übernahme wird zugleich von zwölf US-Bundesstaaten aus wettbewerbsrechtlichen Gründen angefochten.