Suche nach aussergerichtlichen Lösung im Disput um gigantische Medien-Fusion.
Heute Montag wollen Vertreter des kalifornischen Justizministeriums und von Paramount Skydance laut Medien-Meldungen Gespräche über einen Vergleich bei der gerichtlichen Auseinandersetzung über den Kartellrechtsstreit um die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount aufnehmen. Kalifornien und rund zwei Dutzend weitere, demokratisch regierte Gliedstaaten hatten im Juli gegen den Deal im Wert von rund 110 Milliarden Dollar geklagt und damit für eine monatelange Blockade gesorgt.
Zum Hintergrund des Deals gehört, dass führende Mitglieder der demokratischen Partei in Kalifornien wie der scheidende Gouverneur Gavin Newsom, der als Favorit für seine Gouverneursamt gehandelte Xavier Becerra und die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, allesamt Interesse für eine Beilegung des Rechtsstreits noch vor dem für März angesetzten Prozess signalisiert haben. Der Paramount-CEO David Ellison hatte nach der Klage-Einreichung gedroht, das Unternehmen und damit Zehntausende Jobs und beträchtliche Steuerzahlungen aus Kalifornien in einen «wirtschaftsfreundlicheren» Gliedstaat zu verlegen.
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta hat zwar wiederholt betont, er wolle den Fall vor Gericht bringen, aber auch Offenheit für «eine Beilegung von Streitigkeiten – wenn möglich – in der Vorstandsetage statt im Gerichtssaal» bekundet.
Newsom erklärte am Freitag auf einer Pressekonferenz, tatsächlich habe es bereits «zahlreiche Treffen» zwischen den am Rechtsstreit beteiligten Parteien gegeben und Verhandlungen würden sich «in Echtzeit entwickeln».
In den letzten Tagen haben sich zudem wichtige Interessen-Gruppen wie die drei grössten Kinoketten des Landes sowie zwei Gewerkschaften in Hollywood für Gespräche und eine aussergerichtliche Einigung ausgesprochen (Link).