USA – Medien 08. Jan 2026

Rückschlag für David und Larry Ellison

Larry Ellison auf einer Archivaufnahme. 

Vorstand von Warner Bros. Discovery lehnt das jüngste Übernahmeangebot von Paramount ab.   

Gestern Mittwoch hat der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery Meldungen aus der letzten Woche bestätigt und Aktionären offiziell davon geraten, das jüngste Übernahmeangebot von Paramount abzulehnen. Der von David Ellison geführte und von dessen Vater Larry Ellison mit finanzierte Medienkonzern hatte eine Serie von Angeboten gemacht und diese zuletzt auf insgesamt 108 Milliarden Dollar erhöht. Anschliessend sprach der Oracle-Mitgründer Larry Ellison eine persönliche Garantie von 40 Milliarden Dollar aus seinem auf über 200 Milliarden Dollar geschätzten Vermögen als Teil des Angebots aus. 

Doch nun argumentiert der Warner-Verwaltungsrat, selbst die persönliche Zusage eines der reichsten Männer der Welt reiche nicht als Garantie der von Paramount konstruierten, komplexen Finanzierung des Deals aus. Die Ellisons hatten Paramount im Sommer durch die Übernahme der Medien-Assets von Shari Redstone inklusive des TV-Senders CBS vergrössert und wollen Warner Bros. übernehmen, um besser mit Streaming-Giganten wie Netflix, Disney oder Amazon konkurrieren zu können. Gleichzeitig würden Warner-Assets im Kabel-TV wie CNN den Marktanteil von Warner in dieser Branche stärken.

Warner Bros. Discovery hatte im Dezember die Bereitschaft erklärt, einen Grossteil des Hauses für 83 Milliarden Dollar an Netflix zu verkaufen. Die Kabel-Holdings sollten nicht Teil dieses Deals werden. Paramount hatte mit einem direkten Appell an Warner-Aktionäre reagiert und muss nun laut der «New York Times» über eine weitere Erhöhung des Angebots entscheiden. 

Unklar bleibt die politische Dimension. Die Ellisons pflegen gute Beziehungen zu Trump, doch dieser hat nach ersten Sympathie-Bekundungen für deren Angebot keine Signale zu dem Deal mehr abgegeben. Sein Schwiegersohn Jared Kushner hat inzwischen ein Investment an dem Paramount-Deal zurück gezogen.

Der Verwaltungsrat von Warner hält es für bedenklich, dass Paramount bei einer Marktkapitalisierung von rund 13 Milliarden Dollar etwa 54 Milliarden Dollar Schulden für die Übernahme aufnehmen will: «Diese aggressive Transaktionsstruktur birgt wesentlich höhere Risiken für WBD und seine Aktionäre», als das weitgehend in bar abgewickelte Angebot von Netflix», so der Verwaltungsrat (Link).

Andreas Mink