USA – Jüdisches Leben 06. Aug 2026

Rettung für Sommer-Camps

Der Konkurs der Immobilien-Unternehmer Michael und David Shabsels hat die beliebten Ferienziele in eine existentielle Krise geworfen.  

Die Sommerpause in den USA läuft in vier Wochen ab. Aber die nächsten Ferien kommen bestimmt – und nun können jüdische Familien landesweit aufatmen: Dutzende von einer Schliessung bedrohte Sommer-Camps fanden in den letzten Tagen bei Versteigerungen oder einzelnen Transaktionen neue Eigner, die Preisangebote mehrfach überstiegen. 

Die Hintergründe zeigt «eJewishPhilanthropy» auf. Demnach wurden Sommercamps meist von gemeinnützigen Organisationen betrieben. Daneben führen Familien kommerziell orientierte Camps an Seen und Berglandschaften wie den Catskills, Berkshires oder Poconos. Dies gilt insbesondere für jüdische Sommerfrischen, wo rund 350 gemeinnützige Camps unter dem Dach der «Foundation for Jewish Camp» versammelt sind.

Doch im Jahr 2006 begannen die New Yorker Immobilieninvestoren Michael und David Shabsels mit dem Kauf von Camps und bauten ein Portfolio von mehr als 30 Einrichtungen auf. Dies mit Preisen von über 17'000 Dollar pro Saison. Anfang Juni mussten die Brüder jedoch Konkurs anmelden, nachdem undurchsichtige Praktiken wie eine mehrfache Verpfändung von Vermögenswerten und überfällige Kreditzahlungen bekannt geworden waren. Den Brüdern drohen Strafverfahren. Familien und Beschäftige reagierten geschockt.

Doch zwei Monate später können Betroffene aufatmen: Am Dienstag gab ein Insolvenzgericht in New Jersey die erfolgreichen Bieter für insgesamt 23 Immobilien bekannt. Diese beherbergen teilweise mehrere Einrichtungen. Der Gesamterlös liegt bei 368 Millionen Dollar. Dazu kommen direkte Verkäufe von vier weitere Immobilien für 72 Millionen Dollar etwa an denUnternehmer Daryl Hagler, aber auch das derzeitige Management wie beim «Camp Green Lane» im Südosten Pennsylvanias für über acht Millionen Dollar.

Als Bieter traten aber auch prominente Investoren wie David Zaslav auf. Doch der CEO von Warner Bros. Discovery wurde bei der Versteigerung des «Mohawk Day Camp» in Westchester County ausserhalb von New York City überboten. Dort verbrachten seine Kinder gemeinhin ihre Ferien. Zaslav hatte 68 Millionen Dollar für die ungewöhnlich luxuriös ausgestattete Anlag offeriert. Doch am Ende erhielten die «FitzWalter Capital Partners» für 121 Millionen Dollar den Zuschlag.

Generell gelten Ferienlager indes nicht als starke Investments, wie bereits die Probleme der Shabsels zeigten. Diese haben anscheinend zahlreiche, ohnehin ältere Anlage dem Zahn der Zeit überlassen. Nun müssen neue Eigner in Dächer von Unterkünften, Abwassersysteme oder Schwimmbecken investieren. Doch dazu sind die Käufer offenkundig ebenso bereit, wie fähig. Und dies wohl aus Gemeinsinn (Link).

Andreas Mink