Affäre um republikanischen Kongress-Abgeordneten wächst.
Gestern Donnerstag haben sich erste republikanische Mandatsträger mit der Familie ihres Kollegen Senator Bernie Moreno aus Ohio solidarisiert. So hat Morenos Kollege Jon Husted aus Ohio dessen ex-Schwiegersohn, den Kongress-Abgeordneten Max Miller zur Aufgabe seines Mandats aufgefordert. Husted hatte wie das gesamte Partei-Establishment anhin zu der eskalierenden Affäre um schwere Vorwürfe gegen Miller geschwiegen: Moreno und dessen Tochter Emily werfen Miller vor, sie und die zweijährige Tochter des Paares verletzt, geschlagen, mit einer Feuerwaffe bedroht und verbrüht zu haben.
Die Affäre bedroht die knappe Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus. Bernie Moreno hatte Miller am Sonntag als für das Amt ungeeignet erklärt und ihm geraten, «professionelle Hilfe» zu suchen. Seither hat Miller durch wirre TV-Interviews noch für grössere Unruhe unter Konservativen gesorgt: Vorwürfe, wonach er dem kleinen Mädchen das Schlüsselbein gebrochen habe, seien erlogen und «politisch motiviert».
Husted hatte zunächst gehofft, dass Trump die Sache richten könne – Miller war in seiner ersten Amtszeit im Weissen Haus tätig. Doch nach einem Gespräch mit dem Präsidenten lehnte Miller Anfang Woche erneut einen Rücktritt ab und verglich sich mit Trump, der ebenfalls von Gegnern verleumdet worden sei.
Noch vor Husted hatte Senator Tim Sheehy aus Montana gefordert, Miller solle «zurücktreten und sich Hilfe suchen» und ihn als «verkommenen Soziopathen» verurteilt. Mit Vizepräsident JD Vance hält sich der prominenteste Republikaner aus Ohio derweil weiter aus der Affäre heraus und hat zumindest öffentlich keine Position bezogen.
Senator Moreno teilte am Donnerstag mit, er habe seine Tochter, seine Enkelin und seine Frau angesichts der Missbrauchsvorwürfe gegen Miller an einen sicheren Ort gebracht (Link).
Miller erklärte am Donnerstag auf Facebook, er wolle sich und seine Familie «von diesen entsetzlichen Angriffen rein waschen» und dem gegen ihn ermittelnden Ethik-Ausschuss im US-Kongress «alle für eine eingehende Prüfung erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellen» (Link).