New York 28. Jun 2026

Protestieren gegen Sexmuseum-Werbung 

Das Museum of Sex in New York City.  

Vertreter der orthodoxen und chassidischen jüdischen Gemeinschaft in New York protestieren gegen Werbeplakate des Museum of Sex auf Bussen der Verkehrsgesellschaft MTA. 

An einer Sitzung des MTA-Verwaltungsrats forderten Rabbiner und Gemeindevertreter, die Anzeigen aus den überwiegend orthodox geprägten Stadtteilen wie Williamsburg und Borough Park zu entfernen.

Die Kritiker sprechen von «anstössiger» und «abstossender» Werbung, der sich insbesondere Kinder im öffentlichen Raum nicht entziehen könnten. Es gehe nicht darum, das Museum oder dessen Existenz infrage zu stellen, sondern darum, dass explizite Werbung auf Schul- und Linienbussen in religiösen Wohnquartieren die Werte der Gemeinschaft verletze.

MTA-Präsident Janno Lieber zeigte Verständnis für die Beschwerden, machte jedoch deutlich, dass die Verkehrsbetriebe rechtlich nur begrenzte Möglichkeiten hätten. Als öffentliche Einrichtung sei die MTA an den ersten Verfassungszusatz der USA gebunden, der die Meinungsfreiheit schützt. Eine Ablehnung legaler Werbung allein aufgrund ihres Inhalts könnte gerichtliche Klagen nach sich ziehen.

Nach Angaben der MTA hat die Kampagne bereits zu Spannungen geführt. In einzelnen Fällen seien Busfahrer wegen der Werbung beschimpft oder bedroht worden.

Der Konflikt reiht sich in eine seit Jahren geführte Debatte über die Grenzen öffentlicher Werbung in New York ein. Religiöse Gemeinschaften fordern immer wieder Rücksicht auf ihre Werte, während Verkehrsbetriebe und Gerichte auf die verfassungsrechtlich geschützte Meinungsfreiheit verweisen. Der aktuelle Fall verdeutlicht erneut den schwierigen Ausgleich zwischen religiösen Empfindlichkeiten und den Grundrechten im öffentlichen Raum.

Redaktion