Google 21. Sep 2022

Protest umsonst

Eine Jüdin verlässt Google, weil es mit Israel zusammenarbeitet

Ariel Koren ist Jüdin und war eine begeisterte Mitarbeiterin bei Google. Doch nun hat sie aus Protest gegen die Politik Googles gekündigt. Zuvor hatte sie sich öffentlich gegen das Projekt Nimbus ausgesprochen, ein 1,2 Milliarden Dollar Vorhaben zwischen Google, Amazon und der israelischen Regierung. Das erklärte Ziel des Projekts ist es, Cloud-basierte Rechenzentren für israelische Ministerien und andere offizielle Entitäten zu erstellen, um alle ihre Daten in die Cloud zu bewegen. Der 2021 geschlossene Vertrag dazu, sorgte bei vielen Mitarbeitern von Google für Unruhe, wegen der «israelischen Verstösse gegen palästinensische Rechte». Koren war eine der Wortführerinnen des Protestes. Nun, da sie Google verlassen hat, macht sie dem Konzern bittere Vorwürfe. Google würde «systematisch jüdische, arabische, palästinensische und muslimische Stimmen», die sich gegen die Verstösse gegen palästinensische Menschenrechte äussern, unterdrücken. Der Vertrag mit Israel sähe zum Beispiel vor, dass Google und Amazon keinerlei Rechte hätten mitzuentscheiden, wie deren Technologie von der israelischen Regierung und Armee eingesetzt werden. Koren: «Sie statten Israel mit Künstlicher Intelligenz aus, aber dann waschen sie ihre Hände in Unschuld, weil sie ja nicht verantwortlich sind für das, was damit dann gemacht wird.» Was genau das Projekt Nimbus ist, ist nicht klar. Doch das Magazin The Intercept weist daraufhin, dass unter anderem eine neue Form der Gesichstüberprüfung entwickelt wird, die es der Armee leicht macht, Palästinenser in den besetzten Gebieten ausfindig zu machen. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Google in der Kritik ist. Projekte mit China oder dem amerikanischen Pentagon wurden ebenfalls von vielen als höchst problematisch eingestuft. Vergeblich. 
 

Redaktion