Iran-Krieg 10. Aug 2026

Personal-Karussell beim Mossad

Premierminister Binyamin Netanyahu und Mossad-Chef Roman Gofman im Juni.  

Angeblich Konsequenzen aus verfehlten Konzepten für die laufende Militär-Operation gegen Iran.

Ende letzter Woche hat Mossad-Direktor Roman Gofman zwei führende Kader des Auslands-Geheimdienstes abberufen: den Leiter der Aufklärungsabteilung – der das Amt erst seit Dezember innehatte – und den Leiter der Iran-Abteilung. Beide Personalwechsel seien laut Gofman einvernehmlich im Rahmen einer umfassenderen Umstrukturierung geschehen. Die Betroffenen mussten also laut dem Experten Gregg Roman lediglich die Büros wechseln.

Sie gelten als Architekten des ehrgeizigsten Einsatzplans in der Mossad-Geschichte, den Sturz der Islamischen Republik mithilfe iranischer Minderheiten (vor allem der Kurden) und die Etablierung einer neue Führung. Der Plan wurde Trump vorgelegt und soll diesen von der Machbarkeit der Angriffs-Operationen ab dem 28. Februar überzeugt haben. Doch realisiert wurde das Konzept für «Roaring Lion» bekanntlich nicht. Gofman hat daher angeblich bereits seit seiner Amtsübernahme im Juni drei Führungspositionen neu besetzt.

Der Plan wurde in den letzten Tagen nach ersten Leaks in grösseren Details durch übereinstimmende Rekonstruktionen von Nadav Eyal, dem TV-Sender «Channel 12» und US-Medien bekannt. Demnach sollte die CIA iranisch-kurdische Verbände im Irak bewaffnen und für ein Vorrücken in den Iran bei Kriegsbeginn organisieren, geschützt durch massive Luftunterstützung seitens der USA und Israels. Eine erste Welle von rund 15.000 Kämpfern sollte vorwiegend kurdische Städte im Nordwesten einnehmen und – so die Kalkulation der Planer – auf eine Streitmacht von 150.000 bis 200.000 Mann für einen «Marsch auf Teheran» anwachsen. 

Israelische Luftschläge im Nordwesten sollten den Korridor öffnen. Die bewaffneten Kräfte an der Peripherie sollten die Massenproteste vom Dezember und Januar neu entfachen. Und am Ende dieses Szenariums – so der spektakulärste Teil des Plans – war Mahmud Ahmadinedschad als künftige Führungspersönlichkeit vorgesehen.

Doch die Pläne wurden bereits in Umrissen oder Aspekten Anfang März bekannt, was Teheran zu einer Verstärkung von Truppen im Nordwesten bewegt hat. Schnell reagierte auch Ankara: Präsident Erdogan liess Trump öffentlich wissen, die Türkei werde keine bewaffnete kurdische Macht in der Region dulden. Golfstaaten warnten derweil, eine Aufteilung des Iran entlang ethnischer Linien würde die gesamte Region in Brand setzen. Die Kurden hätten daher laut den Berichten rasch kalt Füsse bekommen, während bei der IDF ohnehin von Anfang an schwere Zweifel an dem Konzept geherrscht hätten (Link).

Andreas Mink