Nyon 26. Mai 2026

Paléo lädt Patrick Bruel nicht mehr ein

Das Paléo Festival in Nyon hat bestätigt, dass 2019 eine freiwillige Mitarbeiterin ein «inakzeptables Verhalten» Patrick Bruels gemeldet hatte.  

Das Paléo Festival in Nyon will Patrick Bruel künftig nicht mehr einladen. Die Festivalleitung erklärte, eine freiwillige Mitarbeiterin habe nach Bruels Auftritt im Juli 2019 ein «inakzeptables Verhalten» des französischen Sängers gemeldet. Die geschilderten Vorfälle seien «schwerwiegend» gewesen und sehr ernst genommen worden. Laut Medienberichten betraf der Vorfall eine Masseuse im Backstage-Bereich. Zwischen der Frau und Bruel sei später ein juristisches Verfahren geführt worden, das 2022 mit einer vertraulichen Einigung endete. Das Festival betonte, es unterstütze die Mitarbeiterin und glaube ihrer Darstellung. Seit 2022 habe Paléo seine Präventions- und Betreuungsstrukturen gegen Gewalt ausgebaut, unter anderem mit dem Verfahren «Angela» und Schulungen für Teams. Bruel war für die Ausgabe 2026 nicht programmiert. Gegen den Sänger stehen in Frankreich weitere Vorwürfe wegen sexueller Gewalt und Belästigung im Raum; Bruel bestreitet strafbares Verhalten.

Bruel, Sohn einer jüdisch-algerischen Familie, zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Chansonniers Frankreichs. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 trat er mehrfach öffentlich solidarisch mit Israel und jüdischen Gemeinden auf und engagierte sich bei Benefiz- und Gedenkveranstaltungen.
 

Redaktion