USA – Politik 13. Jul 2026

Judenhass als Litmus-Test

James Fishback will Gouverneur in Florida werden.

Mit Senator Ted Cruz liierte Wahlorganisation attackiert Partei-Kollegen in Florida.

Die Wahlorganisation «The Front Line» unterstützt den Senator Ted Cruz. Der konservative Texaner mischt nun in Florida mit. Die Organisation gibt 400.000 Dollar für die Platzierung eines KI-generierten Clips aus – und das gegen einen anderen Republikaner: James Fishback will Gouverneur in Florida werden und ist wiederholt durch antisemitische Äusserungen wie die Propagierung eines angeblich von Juden ins Werk gesetzten «Genozids an Weissen» aufgefallen. Zudem will er das strikte, auf die umstrittene IHRA-Lesart beruhende Antisemitismus-Gesetz Floridas im Falle seiner Wahl nicht durchzusetzen. Der 31-Jährige wurde dadurch als rechter «Troll» bekannt.

Der Werbespot zeigt zwei Angler, die einen Barsch mit Fishbacks Gesicht in ihr Boot holen. Der Fishback-Barsch gibt einschlägige O-Töne wie den zum «Genozid an Weissen» von sich. Ein Angler fragt den anderen: «Willst du diesen Fisch zurückwerfen?». Der verneint – der üble Barsch würde nur «die anderen Fische verderben» (Link).

Der Spot ist wirkungsvoll, absurd und durch die Anspielung auf in den USA beliebte «sprechende Barsche» (Link) auch leicht verständlich. Politisch interessant ist, dass Cruz derart spektakulär gegen Fishback interveniert. Dies wird als Signal an die grosse jüdische Gemeinschaft – inklusive Parteispender – in Florida mit Blick auf eine mögliche Präsidentschafts-Kandidatur von Cruz 2028 gesehen. Gleichzeitig greift Cruz damit die zunehmende Feindseligkeit gegenüber Israel und Juden im rechten Lager an. 

Womöglich gibt der Clip aber auch dem momentan chancenlosen Fishback Auftrieb – und könnte damit zu einem Litmus-Test in Sachen Israel und Antisemitismus bei den Republikanern beitragen (Link).

Andreas Mink