Explizit-sexuelle Chats über Minderjährige.
Wie zuerst vom «Forward» aufgrund eines dem Medium vorliegenden Polizeibericht vermeldet, hat das Oberlin College in Ohio vor acht Tagen den Chabad-Rabbiner Scott «Shlomo» Elkan vom Campus verbannt. Begründung sind über die Messaging-App Kik an Elkan gesandte, sexuell explizite Textnachrichten, Fotos und Videos, die drei Mädchen im Alter von 7, 12 und 13 Jahren betrafen.
In Chats mit einem Erwachsenen auf der Plattform reagierte Elkan im Dezember 2025 angeblich auf Fotos, die zeigten, wie jemand ein Kind badete. Die Person spielte darauf an, die Genitalien des Kindes berührt zu haben, und gab an, sexuell erregt gewesen zu sein, als das Kind auf ihrem Schoss sass. Dem Bericht der Polizei von Oberlin zufolge teilte Elkan im Rahmen des Chats Fotos von Mädchen. Die Polizeibehörde schloss den Fall nach 20-tägigen Ermittlungen ab, ohne dass Anklage erhoben wurde.
Elkan äusserte dem «Forward» gegenüber Bedauern über seine Beteiligung an dem Chat. Die Nachrichten seien jedoch «rein fiktiv» über «fantasievolle Dinge, die keinerlei Grundlage in der Realität haben» gewesen. Er hätte sich nicht darauf einlassen sollen, übernehme dafür die Verantwortung und habe sich «in professionelle Betreuung und spirituelle Beratung» begeben, um «all die Belastungen und Faktoren zu bewältigen, die mich zu diesem ungesunden Verhalten verleitet haben.» In dem Polizeibericht bezeichnete Elkan die Chats als «Eskapismus» – als Flucht vor dem Stress seines Alltags. Er bestritt, jemals Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch angesehen oder besessen zu haben.
Den Journalisten teilte der Rabbiner mit, es läge kein Verbrechen vor und es gäbe kein Opfer: «Die eigentlichen Opfer sind in diesem Fall die jüdische Gemeinde und meine Familie.»
Die Präsidentin von Oberlin, Carmen Twillie Ambar, hatte vor acht Tagen in einer Rundmail Studierende und Mitarbeitende über Verweisung Elkans – der seit 2010 bei Oberlin Chabad tätig gewesen war – vom Campus. Dies geschehe aufgrund «schwerwiegender Verfehlungen in seinem Privatleben ein – darunter die Beteiligung an sexuellen Online-Konversationen, die Kinder betreffen, sowie anderweitiges anstössiges Verhalten.» Dieses Verhalten verstosse gegen die Werte von Oberlin, sei zutiefst schockierend und deshalb könne «Elkan kein weiterer Zugang zu unserem Campus und unserer Gemeinschaft gewähren werden.»
Elkan kritisierte den Umgang Oberlins mit der Situation und bezeichnete die E-Mail als unangemessen vage; dies habe dazu geführt, dass sich Spekulationen verbreiten konnten. Er wirft dem College zudem die Veröffentlichung der E-Mail vor, während ihn die Campus-Verantwortlichen noch in einer Besprechung darüber informiert hätten: «Genau hier liegt der Grund für meine Verletztheit – und ich glaube, auch für einen Grossteil der Verletztheit innerhalb der Gemeinschaft.» Er habe stets im besten Interesse der Institution und der Gemeinschaft gehandelt und nun werde ihm das Gegenteil von Unterstützung zugefügt.
Eine Sprecherin von Oberlin erklärte, Vertreter des Colleges hätten sich kurz vor der Veröffentlichung der Campus-Mitteilung per Zoom mit Elkan getroffen, «um ihn darüber in Kenntnis zu setzen, dass wir die Nachricht versenden würden, aus welchen Gründen wir sie versenden würden und dass wir ihn vom Campus verweisen» (Link).