Der Republikaner aus Ohio lehnt eine Aufgabe seines Mandats und den Rückzug aus dem Wahlkampf weiterhin ab.
Bis Redaktionsschluss am Sonntag hat der republikanische Kongressabgeordnete Max Miller aus Cleveland, Ohio, die Aufgabe seines Mandats und den Rückzug aus dem Wahlkampf aufgrund schwerer Misshandlungsvorwürfe seiner geschiedenen Frau Emily Moreno abgelehnt. Miller und dessen Sprecher hatten dies der «New York Times» und anderen US-Medien versichert. Er hätte anscheinend bis Samstagabend abtreten müssen, um der Partei kurzfristig die Aufstellung eines Ersatz-Kandidaten für die Zwischenwahlen Anfang November zu erlauben. Bis heute, Montag, 16 Uhr müsste die Wahlaufsicht von Ohio einen allfälligen Ersatz dann bestätigen.
Dabei steigt der Druck auf Miller aus der eigenen Partei nach langem Schweigen nun ständig. Senator Jim Banks aus Indiana erklärte am Sonntag auf «Meet the Press», Miller sollte auf die Kandidatur verzichten und zurücktreten. Millers Schwiegervater, Senator Bernie Moreno aus Ohio, hat ihn der häuslichen Gewalt gegen seine Tochter Emily Moreno und die kleine Tochter des 2024 geschiedenen Paares beschuldigt. Allerdings wurden gegen Miller im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen bislang keine strafrechtlichen Anklagen erhoben. Er hat die Anschuldigungen vehement bestritten, seine ex-Frau als psychisch labil und eine Gefahr für die kleine Tochter bezeichnet und wiederholt geschworen, im Rennen um den Sitz bleiben zu wollen.
Senator Banks verwies zudem auf die politische Situation: Die Vorwürfe seien «schrecklich» und würden Millers Sitz im Kongress gefährden – dies bei einer knappen Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus von drei Sitzen. Letztlich sagte Banks: «Angesichts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe sollte er seine Kandidatur aufgeben.»
Emily Moreno wirft Miller jedoch vor, sie gegen eine Wand geschleudert, ihr eine Waffe an den Kopf gehalten, sie mit heissem Wasser verbrüht und der Tochter das Schlüsselbein gebrochen zu haben. Mitte Woche hatte der republikanische Senatoren Tim Sheehy aus Montana Miller bereits als «verkommenen Soziopathen» attackiert, der zurücktreten solle. Die konservativen Senats-Mitglieder Jon Husted aus Ohio, Katie Britt aus Alabama und Roger Marshall aus Kansas haben sich dieser Forderung angeschlossen – die letztlich auf ein Schuldgeständnis von Miller hinauslaufen würden (Link).