Ein Drittel der amerikanischen Juden Ziel antisemitischer Vorfälle.
Ein europaweit beachteter Bericht der American Jewish Committee (AJC) offenbart, dass im Jahr 2025 rund ein Drittel der jüdischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten mindestens einmal Opfer eines antisemitischen Vorfalls geworden ist. Diese alarmierende Zahl entspricht dem Niveau des Vorjahres und deutet auf ein stabile, aber besorgniserregende Normalität im Alltag vieler US-Juden hin.
Die AJC-Umfrage, die im September und Oktober 2025 durchgeführt wurde, zeigt, dass etwa 55 % der Befragten ihr Verhalten aufgrund von Angst vor Antisemitismus verändert haben – etwa indem sie bestimmte Veranstaltungen meiden oder bewusst darauf verzichten, ihre jüdische Identität öffentlich zu zeigen. Diese Verhaltensänderung hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verbessert, bleibt jedoch deutlich höher als vor fünf Jahren.
Zudem gaben viele Befragte an, sich weniger sicher als jüdische Person in den USA zu fühlen, insbesondere im Zusammenhang mit mehreren öffentlich beachteten antisemitischen Angriffen – darunter Brandanschläge und tödliche Schießereien. Rund zwei Drittel der Befragten halten die Sicherheitssituation jüdischer Gemeinschaften für schlechter als im Vorjahr.
Ted Deutch, CEO der AJC, warnte vor den gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung. Er betonte, dass Antisemitismus nicht nur ein Problem für jüdische Gemeinschaften sei, sondern ein Frühindikator für wachsenden Hass und gesellschaftliche Spaltung in den USA insgesamt.
Die Zahlen untermauern eine langjährige Entwicklung, wonach antisemitische Vorfälle in den USA in den letzten Jahren zugenommen haben – eine Entwicklung, die nach dem bewaffneten Konflikt im Nahen Osten 2023 besonders stark wahrgenommen wurde.