Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Binyamin Netanyahu hat scharfe Kritik an der Zusammensetzung eines von der US-Regierung initiierten Friedens- oder Übergangsrates für den Gazastreifen geäussert.
Demnach seien die vorgeschlagenen Mitglieder, die im Rahmen eines von Ex-Präsident Donald Trump vorgelegten Friedensplans eine Übergangsverwaltung beaufsichtigen sollen, nicht mit Israel abgestimmt worden und würden zu politischen Widersprüchen führen. Israel beanstandet insbesondere, dass neben Vertretern westlicher Staaten auch Akteure aus der Türkei und Katar einbezogen werden sollen – Länder, die Israels Militäroperationen im Gazastreifen in der Vergangenheit kritisiert haben.
Die USA haben ein internationales Gremium zur Stabilisierung der Lage in Gaza initiiert, den sogenannten «Board of Peace», mit frühzeitigen Einladungen an eine Reihe von Staats- und Regierungschefs aus Europa, Nordamerika und dem Nahen Osten. Dieses Gremium soll unter anderem den Wiederaufbau unterstützen und die Umsetzung des Waffenstillstands überwachen. Kritiker, darunter auch aus Israel, werfen dem Plan vor, ohne ausreichende Koordination mit den betroffenen Parteien vorzugehen und politische Forderungen anderer Staaten nicht ausreichend zu berücksichtigen.
Seit dem 10. Oktober 2025 gilt im Gazastreifen eine offiziell vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, die den seit 2023 andauernden Krieg unterbrochen hat. Trotz der Feuerpause kommt es weiterhin zu Gewalt und schweren humanitären Herausforderungen: Laut internationalen Beobachtern wurden bei wiederholten Vorfällen in den vergangenen Wochen Gefechte und Luftangriffe gemeldet, da beide Seiten sich gegenseitig vor Vertragsverletzungen beschuldigen.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt dramatisch. In Folge des anhaltenden Konflikts, extremer Kälte und schwerer Versorgungskrisen sind mehrere Kinder an Unterkühlung gestorben, darunter ein nur 27 Tage altes Baby. Gesundheitseinrichtungen sind stark überlastet, medizinische Versorgung fehlt vielerorts, und Tausende Zivilisten leiden unter den Folgen von langjähriger Gewalt und Vertreibung.