Die von israelischen Politikern kritisierte Dokumentation über die Kriegsführung der IDF in Gaza ist bereits mit grossem Erfolg in einer kleinen Zahl von US-Kinos angelaufen.
Das in der Branche angesehene Kino-Unternehmen Neon hat laut dem «Hollywood Reporter» den Vertrieb der Dokumentation «NAZA» von Yuval Abraham und Rachel Szor über die Kriegsführung der IDF in Gaza übernommen und will den Film ab sofort in amerikanische Kinos bringen. Damit gewinnt die umstrittene Produktion nicht allein Prestige eines erfolgreiche Vertriebs, sondern professionelle Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit, der Buchung von Kinosälen, Mittel für Marketing und Verleih, sowie weitere Ressourcen.
Dazu dürften erhebliche Einnahmen kommen. «NAZA» hat in Nordamerika binnen weniger als zwei Wochen in einer Handvoll Kinos fast 900'sg000 Dollar eingespielt; international kommt der Film auf ein Gesamtergebnis von über 6,5 Millionen Dollar. Neon will «mit den Filmemachern zusammenarbeiten, um die Reichweite des Films zu vergrössern und ein grösseres Publikum sowie verschiedene Gemeinschaften zu erreichen.»
Der Film hatte bislang keinen klassischen Verleih und wurde von branchenfremden Partnern wie dem «Guardian» produziert. Neon wurde von der viel beachteten Vorführung der Dokumentation auf dem New York Film Festival im vergangenen Monat zu dem Engagement bewegt.
In der Dokumentation interviewt Abraham rund zwei Dutzend IDF-Angehörige, die am Krieg im Gazastreifen beteiligt waren. Die Gespräche finden anonym und im Schatten auf Dächern in Tel Aviv statt. Die Informanten schildern dabei – in präzisen und oft erschreckenden Details – ihr eigenes Handeln und persönliche Erlebnisse. Abraham erklärte gegenüber dem «Hollywood Reporter: «So viele Menschen – insbesondere Israelis, aber auch Menschen in den USA, in Deutschland und anderswo – leugnen diese Verbrechen nach wie vor. Und genau diese Leugnung ermöglicht es, dass sie fortbestehen.»
Die IDF bezeichnete den Film als «verzerrt, irreführend und unaufrichtig» und kritisierte eine politisch motivierte, selektive Auswahl von Inhalten. Die grössere Reichweite in den USA könnte das Ziel der Filmemacher unterstützen, US-Hilfen für Israel zu stoppen (Link).