Frankreich 27. Okt 2026

Macron korrigiert Aussage zu religiös motivierten Anschlägen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach Kritik jüdischer Vertreter und politischer Gegner eine Aussage über religiös motivierten Terror korrigiert.

Nach einem mutmasslich gegen Muslime gerichteten Schusswaffenangriff in Trappes bei Paris hatte er am Freitag erklärt, erstmals seien französische Bürger wegen ihrer Hautfarbe oder zugeschriebenen Religion Ziel eines geplanten Terrorakts geworden. Bei dem Angriff starb laut European Jewish Press ein Mensch, fünf weitere wurden verletzt. Der mutmassliche Täter soll ein Rechtsextremist sein.
Der Präsident des jüdischen Dachverbands CRIF, Yonathan Arfi, forderte eine Korrektur. Er erinnerte an die vier jüdischen Opfer des Anschlags auf den Pariser Supermarkt Hyper Cacher 2015 sowie die drei Todesopfer des Angriffs auf die Basilika in Nizza 2020. «Es gibt keine Hierarchie unter den Opfern des Terrorismus», betonte Arfi.
Am Samstag stellte Macron auf X klar, Frankreich habe in den vergangenen Jahren Anschläge erlebt, die Christen wegen ihres Christseins und Juden wegen ihres Jüdischseins gegolten hätten. Keines dieser Opfer dürfe vergessen werden.
Auch der jüdische sozialistische Abgeordnete Jérôme Guedj kritisierte Macrons ursprüngliche Aussage als sachlich falsch und deshalb politisch problematisch.
 

Redaktion