Neues deutsch-israelisches Forschungszentrum zu Demokratie, Sicherheit und Menschenrechten eröffnet.
Das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg und das Minerva Center for Human Rights an der Hebräischen Universität Jerusalem haben ein neues «Max Planck Center for Democracy, Security and Human Rights» eröffnet. Das Zentrum soll in Zeiten globaler Demokratiekrise erforschen, wie sich demokratische Institutionen, Menschenrechte und Sicherheit gegenseitig stärken lassen.
Das Center wurde nun an der Hebräischen Universität von Jerusalem eingeweiht und ist zunächst für fünf Jahre – von Oktober 2025 bis September 2030 – angelegt. Es gehört zu einem exklusiven Netzwerk von Max-Planck-Centern und versteht sich als internationaler Knotenpunkt für Forschung und Debatte zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und öffentlicher Sicherheit.
Träger sind das Freiburger Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht und das Minerva Center for Human Rights an der Rechtsfakultät der Hebräischen Universität Jerusalem; beteiligt ist zudem das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Geleitet wird das Center von den Verfassungsrechtlern Ralf Poscher (MPI-CSL) und Barak Medina (HUJ), Co-Direktoren sind unter anderem Yuval Shany und Tatjana Hörnle, ergänzt durch den Sicherheitsforscher Badi Hasisi.
Im Mittelpunkt stehen Fragen, wie präventive Sicherheitsmassnahmen mit rechtsstaatlichen Garantien und demokratischer Kontrolle vereinbart werden können und welche Rolle Gerichte beim Schutz demokratischer Strukturen spielen. Weitere Themen sind der Einfluss von Sicherheitsbedenken auf den weltweiten Rückgang der Demokratie, die Rolle von Polizei und Militär in Demokratien sowie die Folgen von Überwachung, Desinformation und generativer KI für Menschenrechte und Rechtsstaat.
Das Center fördert ein vielfältiges Forschungs- und Stipendienprogramm für Doktorandinnen, Doktoranden und Postdocs, mit gemeinsamen Seminaren, Workshops und internationalen Tagungen zwischen Freiburg, Jerusalem und Heidelberg. Ein besonderes Anliegen ist der inklusive Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen sowie zwischen jüdischen und arabisch-palästinensischen Studierenden und Forschenden in Israel.
Die Initiative knüpft an die lange Tradition der deutsch-israelischen Wissenschaftskooperation an, in der die Max-Planck-Gesellschaft und die Minerva-Stiftung eine zentrale Rolle spielen. Zugleich erhält die Hebräische Universität in einer Phase wachsender Herausforderungen für liberale Demokratien und angesichts der im V-Dem-Bericht 2024 dokumentierten globalen Autokratisierung zusätzliche internationale Unterstützung.