Andy Burnham bildet neue britische Regierung.
Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat nach seiner Amtsübernahme sein Kabinett vorgestellt. Zu den wichtigsten Personalien gehören John Healey als Finanzminister (Chancellor), Ed Miliband als Aussenminister, Shabana Mahmood als Innenministerin sowie Yvette Cooper als Gesundheitsministerin. Mit der Kabinettsbildung will Burnham einen politischen Neuanfang nach dem Rücktritt von Keir Starmer einleiten.
Aus jüdischer Sicht ist vor allem die Ernennung von Ed Miliband zum Aussenminister von Bedeutung. Miliband stammt aus einer jüdischen Familie. Sein Vater war der marxistische Politikwissenschaftler Ralph Miliband, ein aus Belgien vor den Nationalsozialisten geflohener jüdischer Emigrant polnischer Herkunft. Seine Mutter Marion Kozak entstammt ebenfalls einer jüdischen Familie, die vor dem Holocaust nach Grossbritannien flüchtete. Ed Miliband bezeichnet sich selbst als säkularen Juden und hat wiederholt betont, dass die Familiengeschichte der Verfolgung sein politisches Denken geprägt habe.
Miliband gilt als Unterstützer des Existenzrechts Israels, hat jedoch die israelische Regierung wegen ihres Vorgehens im Gazakrieg wiederholt scharf kritisiert und sich für einen sofortigen Waffenstillstand sowie eine Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen. Er gehört damit zum gemässigten Labour-Flügel, der versucht, Solidarität mit Israel und Kritik an dessen Regierungspolitik miteinander zu verbinden.
Mit Milibands Ernennung erhält erstmals seit mehreren Jahren wieder ein Politiker mit jüdischem Hintergrund das britische Aussenministerium – ein Ressort, das angesichts der Lage im Nahen Osten und der Beziehungen zu Israel besondere Aufmerksamkeit erhalten dürfte.