Berichte über Gewalt und Verletzte in der Westbank.
In der Region Masafer Yatta südlich von Hebron kommt es aktuell zu einer massiven Welle von Gewalt durch israelische Siedler, begleitet von israelischen Sicherheitskräften, wie Augenzeugen und lokale Kontakte berichten. Demnach sollen mehrere Dörfer attackiert, Felder und Heuballen in Brand gesetzt und Schafe gestohlen worden sein. Berichte aus sozialen Medien und von Aktivisten vor Ort sprechen zudem von mehreren verletzten palästinensischen Bewohnern, darunter solche mit Kopfverletzungen. Rettungsdienste und palästinensische Krankenwagen seien bei dem Versuch, Verletzte zu versorgen, mit Steinen beworfen worden, was die Lage vor Ort weiter eskalieren lasse. Offizielle Bestätigungen durch israelische Behörden oder internationale Organisationen stehen derzeit noch aus; die Situation entwickle sich weiter, heisst es in aktuellen Meldungen.
Diese Vorfälle stehen im Kontext einer seit Monaten dokumentierten Zunahme von Angriffen durch israelische Siedler gegen palästinensische Gemeinden im Westjordanland. Berichte unabhängiger Beobachter und Menschenrechtsgruppen sowie lokale Medien zeigen, dass Gewalt, Diebstahl und Einschüchterung von Palästinensern in Gebieten rund um Masafer Yatta keine Einzelfälle sind.
Bereits in der Vergangenheit wurden palästinensische Landwirte in Masafer Yatta wiederholt angegriffen und ihres Viehs beraubt. In einem dokumentierten Fall etwa griffen bewaffnete Siedler Hirten an und stahlen mehrere Schafe, wie palästinensische Quellen berichteten.
Internationale Beobachtergruppen haben zudem wiederholt darauf hingewiesen, dass die Region aufgrund ihrer Einstufung als militärisches Übungsgelände («Firing Zone 918») und der Nähe zu illegalen Siedlungen besonders anfällig für Gewalt und Zwangsumsiedlungen ist.
Masafer Yatta ist ein Cluster kleiner palästinensischer Gemeinden im südlichen Westjordanland, deren Bewohner seit Jahren unter Siedlerangriffen, Landverlust und Druck auf ihre Existenzgrundlage leiden. Die Gewalt durch Siedler hat laut Berichten aus 2024–2026 im gesamten Westjordanland deutlich zugenommen; allein im letzten Jahr wurden nach Angaben lokaler Medien Hunderte Übergriffe verzeichnet.