New York City 21. Jun 2026

Mamdani sieht AIPAC als «Monster»

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani sprach am 18. Juni bei einer Kundgebung in Brooklyn zu seinen Anhängern.

Äusserungen an Wahlkampfauftritt.

Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hat das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) am Donnerstagabend als «Monster» bezeichnet. Er warf der pro-israelischen Organisation vor, «Millionen an intransparenten Geldern» («Dark Money» – Spenden ohne öffentliche Identifikation des Gebers) einzusetzen, um «uns gegeneinander aufzuhetzen». AIPAC fürchte die Demokratie ebenso sowie ein «Ende des Völkermords und von Netanyahus Kriegen».

Mamdani sprach bei einer Kundgebung im Kings Theater in Brooklyn zu den Vorwahlen der Demokraten am Dienstag, bei der auch Senator Bernie Sanders auftrat. Er rief zur Unterstützung des ehemaligen Finanzkontrolleur von New York City, Brad Lander; der Gliedstaats-Abgeordneten Claire Valdez; sowie von Darializa Avila Chevalier auf, die 2024 Protestcamps gegen den Gaza-Krieg Israels an der Columbia University mit organisiert hatte.

AIPAC reagierte nicht auf eine Bitte der JTA um eine Stellungnahme zu Mamdanis Äusserungen. Auch Sanders bekräftigte seine inzwischen vertraute Kritik an AIPAC: «Die amerikanische Bevölkerung versteht, dass ein Grossteil unserer verheerenden Aussenpolitik von AIPAC-Geldern beeinflusst wird.»

Mamdani würdigte die Haltung von Claire Valdez gegenüber Israel: «Während andere Demokraten wegsahen, als Netanyahu Kriegsverbrechen beging, nannte Claire nicht nur den Völkermord beim Namen. Sie setzte sich aktiv für einen Waffenstillstand ein.» Anschliessend appellierte Mamdani an jüdische Wähler: «Ob wir in der Synagoge, der Moschee, der Kirche, dem Gurdwara oder dem Tempel beten – oder gar nicht beten –, wir teilen die Überzeugung, dass unsere Stadt Führungspersönlichkeiten verdient, die auf Hoffnung statt auf Angst setzen.»

Zwei Tage vor Mamdanis Rede waren fünf Männer angeklagt worden, einen Anschlag auf Regierungsvertreter und andere Personen geplant zu haben, die am Sonntag vor acht Tagen eine Veranstaltung der «Ultimate Fighting Championship» am Weissen Haus besuchen wollten. Nach Angaben der Bundesbehörden wollte ein Verdächtiger gezielt Abgeordnete angreifen, die von AIPAC unterstützt worden sind.

Am Tag von Mamdanis Äusserungen wurde laut JTA der 27-jährige Forrest Kendall Pemberton aus Gainesville (Florida) von einer Grand Jury auf Bundesebene angeklagt, einen Massenmord an AIPAC-Mitarbeitern in Plantation (Florida) geplant zu haben (Link). Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Rede Mamdanis und vorherigen Mordplänen mit Bezug auf AIPAC scheint allerdings nicht erkennbar.

Andreas Mink