AIPAC zieht rote Linie bei Israel-Hilfe .
Die proisraelische Lobbyorganisation AIPAC richtet ihre Strategie für die US-Wahlen 2026 neu aus: Kandidaten, die Bedingungen an die amerikanische Militärhilfe für Israel knüpfen wollen, geraten zunehmend ins Visier ihrer Kampagnen.
Die American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) verschärft ihren Kurs im Vorfeld der US-Wahlen und nimmt gezielt Kandidaten ins Visier, die eine Konditionierung der US-Militärhilfe für Israel befürworten. Ein Sprecher des mit AIPAC verbundenen Super-PAC United Democracy Project erklärte, man wolle sich darauf konzentrieren, «Kandidaten zu stoppen, die Israel kritisieren oder Bedingungen an Hilfe stellen».
Als konkrete «rote Linie» nennt die Organisation die Bereitschaft von Politikern, Hilfen an israelisches Verhalten zu knüpfen. So geriet etwa der frühere Kongressabgeordnete Tom Malinowski ins Fadenkreuz, nachdem er sich offen für eine solche Debatte gezeigt hatte.
Hintergrund ist ein spürbarer Wandel im politischen Diskurs der USA. Während eine Konditionierung der Israelhilfe lange als Randposition galt, gewann die Forderung im Zuge des Gaza-Kriegs 2024/25 und Berichten über humanitäre Krisen an Unterstützung. Mehrere Abgeordnete stellten erstmals bestimmte Waffenlieferungen infrage.
Gleichzeitig steht AIPAC selbst unter Druck: Mit Blick auf die Wahlen wägt die Organisation ihre Unterstützung in zahlreichen Wahlkreisen neu ab, während zunehmend Politiker öffentlich erklären, weder ihre Unterstützung noch Geld aus AIPAC-nahen Strukturen annehmen zu wollen.
Beobachter sehen darin ein Zeichen für die wachsende Polarisierung innerhalb der Demokratischen Partei über das Verhältnis zu Israel – eine Debatte, die durch den aktuellen Krieg zwischen Israel, den USA und Iran zusätzlich angeheizt wird.