Der Iraner wurde jüngst zum zum Chef der Revolutionsgarden ernannt.
Im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires 1994 hat Argentinien einen neuen Haftbefehl gegen Ahmad Vahidi erlassen. Der Iraner war kurz nach Beginn der amerikanisch-israelischen Operationen vor elf Tagen zum neuen Chef der iranischen Revolutionsgarden ernannt worden. Sein Vorgänger kam bei einem Luftangriff um. Vahidi hat zum Zeitpunkt des AMIA-Anschlags die Quds-Einheit der Revolutionsgarde geführt, die für Attacken im Ausland zuständig war.
Argentinier sehen in den tödlichen Luftangriffen auf Ayatollah Ali Khamenei und Dutzende Führungspersönlichkeiten Irans eine poetische Gerechtigkeit, hatten sich diese doch in einer nach Louis Pasteur benannten Strasse versammelt. Eben diesen Namen trägt die Strasse in Buenos Aires, in der sich das jüdische Gemeindezentrum AMIA befindet. Dort kamen bei dem Anschlag 85 Menschen um, darunter Kinder. Als Urheber wurde schnell die Hisbollah identifiziert und 2006 erliessen argentinische Staatsanwälte erstmals einen Haftbefehl gegen Vahidi als Drahtzieher.
Doch die Aufklärung verlief schleppend. 2015 wurde der jüdische Staatsanwalt Alberto Nisman ermordet, der den damaligen Präsidenten beschuldigt hatte, die iranische Rolle bei dem Anschlag im Gegenzug für Handelsvorteile vertuscht zu haben. Seit der Wahl des pro-israelischen Präsidenten Milei haben Ermittlungsbehörden den Fall und die Untersuchung von Nismans Tod wieder aufgegriffen, der nun als Mord eingestuft wird. 2024 erklärte ein Gericht Iran und die Hisbollah offiziell für den Bombenanschlag verantwortlich.
Vorige Mittwoch beantragte der Bundesstaatsanwalt Sebastián Basso bei einem Richter schliesslich die formelle Anklageerhebung gegen Vahidi und zehn weitere iranische und libanesische Verdächtige. Der Leiter der AMIA-Ermittlungseinheit erliess zudem auf Grundlage von Informationen iranischer Dissidenten einen internationalen Haftbefehl gegen den der Regime-Führung angehörenden Ali Asghar Hejazi, der Angriffe auf die iranische Befehlshaber anscheinend bisher überlebt hat. Hejazi soll ein Führungs-Gremium geleitet haben, das Informationen gesammelt und den Plan für den Angriff auf das AMIA-Gebäude entwickelt hat (Link).