USA – Nahost 16. Aug 2026

Kushner trifft Hamas-Vertreter

Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, im Januar in Davos.  

Bericht von Barak Ravid; Ergebnisse unklar.

Laut Barak Ravid hat Jared Kushner am Sonntag im ägyptischen El-Alamein Vertreter der Hamas getroffen. Wie der «Axios»-Reporter gestützt auf Insider berichtet, hat der Trump-Schwiegersohn und -Sonderbotschafter die Terroristen gedrängt, ihrer mit Israel im Oktober getroffenen Verpflichtung zur Entwaffnung nachzukommen. Dies war das erste Treffen zwischen Kushner und Hamas-Vertretern seit der Unterzeichnung des Abkommens zur Beendigung des Gaza-Krieges vor fast einem Jahr.

Gleichzeitig will der von Trump für die Gaza-Problematik ins Leben gerufene «Friedensrat» (Board of Peace) die Hamas und Israel dazu bewegen, die nächste Phase des US-amerikanischen 20-Punkte-Plans hin zu einem geordneten Wiederaufbau anzugehen. Kushner will heute Montag dem Vernehmen nach in Israel mit Premier Binyamin Netanyahu zusammen treffen. Dieser hatte jüngst eine Erklärung Trumps zurück gewiesen, wonach eine Einigung mit der Hamas über die Entwaffnung und den Rückzug Israels aus Gaza getroffen worden sei. 

Kushner wurde angeblich von den Friedensrat-Mitgliedern Nikolai Mladenov und Tony Blair begleitet. Hamas wurde demnach vom Leiter ihres politischen Büros, Khalil al-Hayya, vertreten. Weitere Teilnehmer sollen der Chef des ägyptischen Geheimdienstes, General Hassan Rashad, der katarische Minister Ali al-Thawadi und ein türkischer Vertreter gewesen sein. 

Das Treffen sollte die Verpflichtungen der Hamas im Rahmen des Gaza-Entwaffnungsabkommens «in konkrete Schritte übersetzen, deren Umsetzung überprüft werden kann». Dazu gehöre laut Ravid «die Aufrechterhaltung der Waffenruhe im Gazastreifen, der Beginn der Übergabe aller Regierungsbefugnisse an die palästinensische Technokraten-Regierung sowie die Sicherstellung, dass die Hamas keine Rolle in der künftigen Verwaltung des Gazastreifens spielt.»

Von Israel erwarte der Friedensrat, dass es «parallele Abzüge» im Gazastreifen vornimmt, sollte die Hamas mit der Entwaffnung beginnen. Zudem solle Israel die Einfuhr humanitärer Hilfe nach Gaza beschleunigen (Link).

Unklar bleibt, ob die Hamas und die regionalen Teilnehmer die Terroristen in einer Pflicht zu Vorleistungen sehen, ehe Israel die im Waffenstillstand vorgesehenen Schritte aufnimmt. Anhin ist die Umsetzung des Abkommens auch an derlei, «technischen» Mechanismen gescheitert.

Andreas Mink