Der Schwiegersohn und Emissär des US-Präsidenten nutzt Missionen im Staatsdienst anscheinend für Werben um Investitionen in seine Private-Equity-Firma.
Laut einem auf anonyme Quellen basierenden Bericht der «New York Times» nutzt Jared Kushner seine Rolle als ein Chefunterhändler der US-Regierung in Nahost zum Einwerben von Geldern für seine Private-Equity-Firma Affinity Partners (Link) bei den Investment-Fonds arabischer Golfstaaten. Ziel sollen fünf Milliarden Dollar oder mehr sein und angeblich hat der 45-Jährige Schwiegersohn Trumps bereits vier Millarden Dollar eingesammelt.
So hätten sichVertreter von Affinity bereits mit dem saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF) getroffen. Der PIF wird von Kronprinz Mohammed bin Salman geleitet, der enge Beziehungen zu Kushner und der Trump-Regierung pflegt. PIF wurde nach dem Ende der ersten Trump-Präsidentschaft 2021 mit einer Einlage von zwei Milliarden Dollar der mit Abstand grösste Investor bei Affinity. Dabei soll der Kronprinz Bedenken von PIF-Managern über Kushners Mangel an Erfahrung in der Branche beiseite geräumt haben.
Laut dem Bericht will Kushner weitere Staatsfonds, die bereits zuvor in Affinity investiert hatten, wie jene der Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, im Lauf dieses Jahres um neue Investitionen ansprechen. Damit verwischen Mitglieder der Trump-Familie und seiner Regierung weiter die Grenzen zwischen Rollen im Interesse der USA und eigenen Vorteilen, so die Times.
Kushner war im Januar Mitglieder der offiziellen US-Delegation zum Weltwirtschaftsforum in Davos und stellte dort den Plan der Trump-Regierung für ein «Neues Gaza» vor. Daneben hat er angeblich in privaten Treffen mit internationalen Wirtschaftsführern seine Sammel-Pläne für Affinity diskutiert.
Noch im Dezember 2024 hatte Kushner an einem Podcast-Interview erklärt, dass er während der zweiten Amtszeit von Trump keine weiteren Gelder für Affinity einwerben würde. Die Firma hat nach eigenen Angaben in Unternehmen wie Phoenix Financial – einen israelischen Versicherer – und Revolut, ein Fintech-Start-up – investiert und seit der Gründung 2021 eine geschätzte Rendite von 25 Prozent erzielt.
Forderungen wie jene der Stiftung «Citizens for Responsibility and Ethics in Washington», Kushner solle denselben Regeln zur Offenlegung seiner finanziellen Verhältnisse unterworfen werden, wie andere Amtsträger, prallen an der Regierung ab (Link).