Diskrete Treffen mit Hakeem Jeffries, dem Oppositions-Führer im Repräsentantenhaus.
Wie zuerst von der «New York Times» berichtet, hat Jared Kushner sein Portfolio als persönlicher Abgesandter seines Schwiegervater um die US-Innenpolitik erweitert und in den letzten Wochen Hakeem Jeffries getroffen. Der demokratische Abgeordnete aus New York ist Fraktionsvorsitzender der Minderheitspartei im US-Repräsentantenhaus. Zweck sei die Sondierung «möglicher Gemeinsamkeiten» nach einem zunehmend wahrscheinlichen Erfolg der Linksliberalen bei den Midterms im November gewesen.
Das von einem gemeinsamen Freund vermittelte Treffen soll in New York City an einem privaten Ort stattgefunden haben. Trump und seine Berater scheinen demnach zumindest Vorbereitungen auf den Verlust ihrer Mehrheit in der unteren Kongresskammer zu treffen. Jeffries gilt in diesem Fall als Favorit für das Amt des Sprechers des Repräsentantenhauses.
Anhin diente er Trump jedoch als Zielscheibe. Trump bezeichnete den Afroamerikaner als «Schlägertypen» und «Menschen mit niedrigem IQ». Jeffries wiederum stellt Trump gerne als extremistisch und korrupten Gauner dar und verspricht, dass ihn die Demokraten als Mehrheitspartei « zur Rechenschaft ziehen» würden.
Kushner und Jeffries haben sich bereits in der Mitte der ersten Amtszeit Trumps getroffen, um gemeinsam am «First Step Act»zu arbeiten, einem Gesetz zur Strafrechtsreform. Ein weiteres Treffen fand angeblich im letzten Herbst statt. Nun sollen sie Fragen wie den Wohnungsbau, Einwanderung und die hohen Lebenshaltungskosten als mögliche Bereiche für eine Zusammenarbeit diskutiert haben. Kushner soll Jeffries vorgeschlagen haben, die Trump-Vertraute Susie Wiles zu treffen, die Stabschefin im Weissen Haus: Diese sei die «seriöseste Person» im Trump-Umfeld, Jeffries ihr Pendant bei den Demokraten.
Für Jeffries ist die Geschichte brisant: linke Fraktions-Mitglieder und grosse Teile der Basis werfen ihm fehlenden Kampfgeist und Konzeptlosigkeit gegen Trump und seine MAGA-Gefolgschaft vor. Der Bericht dürfte diese Kritik schüren (Link).