Die ersten Umfragen nach dem Zusammenschluss von Naftali Bennett und Yair Lapid zeigen: Das Anti-Netanyahu-Lager bleibt ohne klare Mehrheit – trotz neuer politischer Dynamik.
Kurz nach der Ankündigung des gemeinsamen Wahlbündnisses von Bennett und Lapid deuten mehrere israelische Umfragen darauf hin, dass das Lager der Gegner von Benjamin Netanyahu weiterhin keine regierungsfähige Mehrheit erreicht.
Erhebungen dreier großer Medienhäuser sehen den Block, der Netanyahu ablösen will, bei lediglich 60, 58 beziehungsweise 52 Sitzen im 120-köpfigen Parlament – und damit unter oder bestenfalls knapp an der Schwelle von 61 Mandaten für eine Regierungsbildung.
Auch andere aktuelle Umfragen bestätigen das Patt: Demnach kommt das oppositionelle Lager auf rund 60 Sitze, während Netanyahus rechtes Bündnis etwa 50 Mandate erreicht; kleinere Parteien bleiben damit potenziell ausschlaggebend für jede Koalition. (
Der Zusammenschluss der beiden früheren Ministerpräsidenten hatte Hoffnungen geweckt, die zersplitterte Opposition zu bündeln und Netanyahu nach Jahren an der Macht abzulösen. Doch die Zahlen zeigen, dass selbst ein vereinigtes Bündnis vor strukturellen Problemen steht – insbesondere bei der Frage möglicher Partner und Koalitionsoptionen.
Damit bleibt die politische Lage vor den Wahlen offen: Weder das Regierungs- noch das Oppositionslager verfügt derzeit über eine stabile Mehrheit, wodurch kleinere Parteien erneut zur entscheidenden Machtfrage werden könnten.