Wichtige Spender nehmen teilweise offen Stellung.
Ende letzter Woche haben jüdische Spender und Aktivisten im konservativen Lager gegenüber dem «Jewish Insider» (JI) starke Enttäuschung über Memorandum of Understanding (MoU) Trumps mit dem Iran geäussert. Daneben gehen auch republikanische Senatoren wie Ted Cruz auf die Barrikaden (der an eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2028 denkt). So wird laut dem Bericht ein ungewöhnlich offener Bruch zwischen Trump und jüdischen Unterstützern deutlich.
Die jüdischen Kritiker hatten den Krieg Israels und der USA gegen Iran unterstützt und kritisieren nun, dass Trump dem geschwächten Iran durch das Rahmenabkommen für eine Friedenslösung binnen 60 Tagen zu viele Zugeständnisse gemacht habe – darunter die Aufhebung der Sanktionen gegen Ölexporte. Derweil ignoriere das 14-Punkte-MoU die Finanzierung von Terrorgruppen und das Raketenarsenal des Regimes. Dies schade dem Recht des Verbündeten Israel auf Selbstverteidigung, denn das vorläufige Abkommen sehe ein dauerhaftes Ende der Militäroperationen der IDF im Libanon gegen die Hisbollah vor.
Zudem wird die Bereitschaft Irans bezweifelt, innerhalb der 60-tägigen Verhandlungsfrist ein neues Abkommen über das Atomprogramm abzuschliessen – gemäss dem MoU könnten derartige Gespräche durch «gegenseitiges Einvernehmen» auf unbestimmte Zeit verlängert werden.
Eric Levine, ein einflussreicher Spendensammler der Republikaner und Vorstandsmitglied der Republican Jewish Coalition (RJC), gibt sich überzeugt, der Krieg habe trotz gegenteiliger Behauptungen Trumps und seine Vize J.D. Vance «keines seiner erklärten Ziele erreicht» – darunter das Versprechen, die Iraner von einem theokratischen Regime zu befreien und die nukleare Abrüstung voranzutreiben: «Wir sind (die Marathonstrecke von) 42 Kilometer gelaufen und haben dann auf den letzten 350 Metern aufgegeben … Ich verstehe nicht, warum.»
Am meisten sorge ihn, dass «wir den Iranern von vornherein zugestanden haben, den Libanon in Ruhe zu lassen». Damit schränke das MoU Israels Recht auf Selbstverteidigung faktisch ein. Andere jüdische Führungspersönlichkeiten kritisierten das Abkommen als Reaktion auf Trumps Befürchtungen hinsichtlich möglicher Verluste der Republikaner bei den Zwischenwahlen, da der Krieg und die steigenden Benzinpreise sich als starke Angriffspunkte der Demokraten erwiesen hätten.
Der prominente Parteispender Gabriel Groisman aus Florida bezeichnete die Bedingungen des Abkommens ebenfalls als «durchaus besorgniserregend». In den wichtigsten Fragen wie «Urananreicherung, Irans Raketenprogramm und der Finanzierung terroristischer Stellvertreter» gebe es noch immer keine Einigung, obwohl «die Lockerung der Sanktionen unmittelbar bevorzustehen scheint». Das MoU scheine «eine bedeutende Neuausrichtung der amerikanischen Politik in der Region anzudeuten, was bei vielen Amerikanern, bei den Verbündeten der USA und natürlich bei den amerikanischen Juden, die ein besonderes Interesse an der Sicherheit des einzigen jüdischen Staates der Welt haben, ernsthafte Besorgnis auslöst.»
Joshua Katzen, Herausgeber des Jewish News Syndicate und RJC-Vorstandsmitglied, teilte diese Ansicht. Er sei «enttäuscht darüber, dass Trump offenbar die mühsam erarbeitete Verhandlungsmacht wegwirft und sie gegen Versprechen eintauscht, die wahrscheinlich gebrochen werden.» Trump habe Iran durch die Aufhebung der Sanktionen und die Genehmigung von Ölverkäufen gegen geringe Zugeständnisse die Mittel gegeben, das durch den Krieg zu Kosten von Milliarden von Dollar zerstörte Waffenarsenal wieder aufzubauen (Link).