USA – Politik 04. Mai 2026

Janet Mills wirft das Handtuch

Janet Mills, Gouverneurin von Maine, hat ihre Teilnahme an den demokratischen Vorwahlen für einen Sitz im US-Senat aufgegeben.

Wende in Senats-Rennen von Maine; Kritik an Chuck Schumer.

Am Donnerstag hat Janet Mills, die Gouverneurin von Maine, ihre Teilnahme an den demokratischen Vorwahlen für einen Sitz im US-Senat gegen Graham Platner aufgegeben. Damit tritt der 41-jährige Austern-Züchter und ex-Marine gegen die amtierende Senatorin Susan Collins an. Bei Umfragen und Wettmärkten gilt Platner als Favorit (Link). Allerdings ist Collins bei Senatswahlen immer wieder unterschätzt worden. Doch die 74-Jährige vertritt Maine seit 1997 in Washington und stammt aus einer alteingesessenen Politiker-Familie. Mit eher gemässigten Positionen repräsentiert sie die aussterbende Gattung «moderater Republikaner aus Neuengland». 

Platner ist das krasse Gegenteil und steht als linker Populist mit Unterstützern wie Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez auch für eine landesweite Rebellion gegen das demokratische Establishment. Dazu kommt seine scharfe Kritik an Israel aufgrund der angeblich «genozidalen Kampagne» in Gaza und der Verwicklung Amerikas in den laufenden Krieg gegen Iran. Platner hat obendrein durch ein Tatoo mit dem Totenkopf-Symbol der Waffen-SS aus seiner Militärzeit Befürchtungen unter jüdischen Demokraten ausgelöst. 

All dies hat ihm bislang nicht geschadet, dürfte Collins jedoch Munition für den Wahlkampf liefern. Schumer muss sich derweil Kritik aus den eigenen Reihen anhören. So fordert ihn Senator Martin Heinrich aus Nw Mexico auf, das Engagement in weiteren, umkämpften Vorwahlen etwa in Iowa und Michigan einzustellen. Schumers Fehlkalkulation in Maine zeige, dass er die Anti-Establishment-Stimmung nicht erkannt habe und veralteten Konzepten von «Wählbarkeit» verhaftet sei: «Wir sind als Partei zu sehr ins Analysieren verfallen, haben uns zu sehr geglättet… die Wähler erwarten heute: Wenn jemand perfekt wirkt, dann hat er wahrscheinlich etwas zu verbergen.» 

Allerdings hat Schumer seit 2006 immer wieder ein gutes Gespür bei der Auswahl und Unterstützung von Kandidaten bewiesen und fördert im aktuellen Wahlzyklus Persönlichkeiten mit starken Quoten wie den ehemaligen Senator Sherrod Brown in Ohio, den ehemaligen Gouverneur Roy Cooper in North Carolina und die ehemalige Abgeordnete Mary Peltola in Alaska bei Kandidaturen. Die weiter einbrechenden Beliebtheitswerte Trumps könnten im November Linksliberalen jeder Couleur unter die Arme greifen (Link).

Andreas Mink