Iran 28. Feb 2026

Israelische «Präventivschläge», Amerikanischer Angriff

Erste Fotos von Explosionen in Teheran.

Angriff mit unabsehbaren Folgen während in ganz Israel die Sirenen heulen. Erste Reaktionen aus Israel und von USA laufend im Ticker.

Israel hat nach eigenen Angaben einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um angebliche Bedrohungen für seine Sicherheit zu neutralisieren, teilte Verteidigungsminister Israel Katz mit. Die israelische Armee griff demnach iranische Ziele an, und in Teheran waren Explosionen zu hören. In Israel wurden Sirenen ausgelöst und ein Ausnahmezustand verhängt, da mit möglichen Vergeltungsangriffen aus dem Iran, etwa mit Raketen und Drohnen, gerechnet wird. Die Lage stellt eine starke Eskalation der Spannungen zwischen beiden Staaten dar und zieht international Besorgnis nach sich. 
In ganz Israel haben am Morgen gegen 08.15 Uhr Ortszeit die Sirenen geheult. Die Armee warnte die Bevölkerung vor der möglichen Bedrohung durch einen Raketenangriff. Die Alarmierung erfolgte vor dem Hintergrund neuer israelischer Luftschläge, die nach Angaben aus Jerusalem als „präventiver Schlag“ deklariert wurden.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Ziel der Operation sei es, „Bedrohungen gegen den Staat Israel zu beseitigen“. Details zu Umfang und konkreten Zielen der Angriffe wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Die Eskalation fällt in eine Phase diplomatischer Bemühungen zwischen den USA und dem Iran. Vertreter beider Seiten verhandeln über ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms, um einen offenen Krieg zu verhindern. Weitere Gespräche waren für kommende Woche angekündigt. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hatte Teheran zuletzt Zugeständnisse signalisiert.
US-Präsident Donald Trump, der in der Vergangenheit mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht hatte, um den Druck auf die Führung in Teheran zu erhöhen, zeigte sich jedoch unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Gespräche. Er sei „nicht begeistert“, sagte Trump am Vortag. Zugleich ordnete er die größte militärische Verstärkung der USA im Nahen Osten seit der von den USA geführten Invasion im Irak 2003 an. Konkrete Gründe für eine mögliche unmittelbare militärische Aktion nannte er nicht.
Der Iran kündigte an, im Falle eines Angriffs „mit aller Härte“ zu reagieren. Bereits im vergangenen Juni hatte Israel iranische Ziele angegriffen. Der daraus resultierende zwölftägige Krieg weitete sich aus, bevor sich schließlich auch die USA beteiligten und iranische Nuklearanlagen ins Visier nahmen.
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuletzt wiederholt vor der Bedrohung durch iranische ballistische Raketen gewarnt. Zugleich äußerte er Vorbehalte gegenüber einem Abkommen, das sich ausschließlich auf das Atomprogramm konzentriert. Teheran lehnt es ab, sein Raketenprogramm oder die Unterstützung regionaler Verbündeter wie die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon, schiitische Milizen im Irak oder die Huthi im Jemen in die Verhandlungen einzubeziehen. Diese Forderungen verletzten die nationale Souveränität des Landes, heisst es aus iranischen Regierungskreisen.
Das Eidgenössische Departements des Äusseren (EDA) rät aktuell von Reisen in die Region und nach Israel ab. Schweizer Staatsangehörige, die sich trotz der Warnungen in der Region aufhalten, müssen selbst entscheiden, ob sie ausreisen, und sollten stets die Anweisungen lokaler Behörden und die aktuellen Hinweise des EDA beachten.
 

Redaktion