Janeese Lewis George gilt als Gewinnerin bei demokratischen Vorwahlen.
Janeese Lewis George sitzt im Stadtrat von Washington, D.C., gehört wie Zohran Mamdani in New York den demokratischen Sozialisten (DSA) an und ist als Kritikerin Israels aufgefallen. Doch die Afroamerikanerin hat auch betont, sie werde als Bürgermeisterin jüdische Bewohner vor Antisemitismus schützen. Nun liegt sie bei der Auszählung der Vorwahl-Stimmen der Demokraten für das Amt vom Dienstag klar in Führung. Da die Linksliberalen in der amerikanischen Hauptstadt politisch dominieren, dürfte die 38-jährige Juristin eigentlich als Nachfolgerin der als moderat geltenden Amtsinhaberin Muriel Bowser werden.
Lewis George hat Israel des Völkermords im Gazastreifen beschuldigt und hat bei einer Kandidaten-Befragung der DSA versprochen, als Bürgermeisterin nicht an «Veranstaltungen teilzunehmen, die die Realität der Besatzung verschleiern oder Zionismus und Apartheid fördern», sie wolle auch nicht an «politischen Reisen nach Israel» teilnehmen.
Lewis George hat das Thema indes nicht ins Zentrum ihrer Kampagne gestellt, sondern mit steigenden Lebenshaltungskosten und drohenden Interventionen Trumps in die Angelegenheiten der Stadt politisiert.
Die von Bernie Sanders gegründete Organisation Our Revolution (https://ourrevolution.com/) vergleicht Lewis George mit Mamdani und Parteilinken, die in Chicago und Los Angeles Führungsämter halten oder gute Chancen dazu haben: Deren Erfolg zeige, dass die Wähler einen Wandel wollten. Ron Halber vom Jewish Community Relations Council of Greater Washington trägt jedoch aufgrund ihrer Antworten in dem Fragebogen «grosse Bedenken, ob eine Regierung unter ihrer Führung die jüdische Gemeinde berücksichtigen würde oder nicht.» Die Kandidatin hat jedoch an Veranstaltungen des Verbandes teilgenommen und betont bei Fragen wie dem brutalen Vorgehen der Grenzpolizei suche sie auch beim Council «Verbündete, um mich für ein Ende der Zusammenarbeit mit ICE einzusetzen.
Sie wird vom linken «Jews United for Justice Campaign Fund» unterstützt, der sich nach eigenen Angaben für wirtschaftliche, soziale und rassische Gerechtigkeit einsetzt. Lewis George hat sich nach Bekanntwerden des Fragebogens zudem bereits im März privat mit lokalen Rabbinern und jüdischen Gemeindevorstehern getroffen, um deren Bedenken anzuhören. Kurz darauf erklärte sie auf ihrer Wahlkampfwebsite, ihre Unterstützung für die Menschenrechte der Palästinenser und ihr Engagement gegen Antisemitismus stünden nicht im Widerspruch zueinander.
Sie fügte hinzu: «An die jüdische Gemeinde in Washington, D.C.: Ich werde keine Bürgermeisterin sein, die Sie aufgrund Ihrer Meinungen oder Gefühle zu Themen hier und in der Welt ein- oder ausschliesst. Ich werde Ihre Freiheit, Ihre Sicherheit und Ihr Zugehörigkeitsgefühl stets schützen.» Zudem habe sie seit ihrer Mittelschulzeit Synagogen besucht und als Stadträtin häufig mit jüdischen Organisationen zusammengearbeitet, unter anderem um Sicherheitszuschüsse für Synagogen und Schulen zu erhalten (Link).