New York 25. Mär 2026

Irritation über Burg  bei Carlson

Tucker Carlson (l.) empfing Avraham Burg in seiner Sendung am 23. März.  

Der frühere israelische Parlamentspräsident Avraham Burg ist in der US-Sendung des rechten Kommentators Tucker Carlson aufgetreten – und sorgt damit für Irritationen in jüdischen und politischen Kreisen.

Burg, einst führende Figur der israelischen Linken und heute scharfer Kritiker von Premier Binyamin Netanyahu, begründete seinen Auftritt mit dem Wunsch, «ernsthaft auf die Herausforderungen einzugehen», die Carlson in den politischen Diskurs einbringe. Der Moderator gilt als eine der einflussreichsten Stimmen der amerikanischen Rechten und hat wiederholt mit kontroversen Aussagen über Israel und jüdische Themen Aufmerksamkeit erregt. 

Das Gespräch verlief laut Bericht über weite Strecken überraschend freundlich. Burg widersprach Carlson zwar in zentralen Punkten – etwa bei dessen Darstellung einer angeblich religiös-messianischen israelischen Strategie oder bei Aussagen über nukleare Optionen gegenüber Iran –, vermied jedoch eine direkte Konfrontation mit dessen kontroverseren Thesen. 

Burg, der heute Positionen wie Post-Zionismus und ein Rückkehrrecht für Palästinenser vertritt, erklärte, er wolle bewusst den Dialog suchen statt Carlson «mit Parolen abzutun». Kritiker sehen darin jedoch die Gefahr, einem umstrittenen Plattformbetreiber zusätzliche Legitimität zu verschaffen. 
Der Auftritt reiht sich in eine Serie ähnlicher Begegnungen ein, bei denen linke israelische oder jüdische Stimmen gezielt konservative oder rechte US-Formate aufsuchen – ein Trend, der zunehmend kontrovers diskutiert wird. 

Redaktion