Ein Abgeordneter der regierenden Likud-Partei in der Knesset hat das wachsende Einfluss-potenzial amerikanischer rechter Meinungsmacher als neue Bedrohung beschrieben und dabei namentlich Tucker Carlson und Candace Owens angegriffen.
Dan Illouz, ein in Kanada geborener Likud-Knessetabgeordneter, sprach am Montag in englischer Sprache vor dem israelischen Parlament und warf den beiden prominenten konservativen Medienfiguren vor, „ein neues Feindbild“ zu verkörpern, das die westlichen Werte untergrabe. Carlson und Owens seien «intellektuelle Vandalen», die Gift als Patriotismus verkaufen, sagte Illouz und ergänzte, die USA und Israel hätten es früher mit äusseren Gegnern zu tun gehabt, nicht aber mit einem sich selbst zerstörenden Diskurs im Herzen der demokratischen Verbündeten.
Illouz warf den Influencern vor, das Erbe westlicher Zivilisation „zu demontieren“ und die moralischen Grundlagen der Gesellschaft in Frage zu stellen – und stellte ihre Kritik an traditionellen Institutionen wie Winston Churchill und den „Wurzeln unseres Glaubens“ auf eine Stufe mit linker Ideologie.
Seine Äusserungen fallen in eine Zeit, in der innerhalb der Republikanischen Partei der USA eine Debatte über den Umgang mit konservativen Meinungsführern und antisemitischer Rhetorik tobt. So hatte Carlson im vergangenen Jahr zunehmend Israel-kritische Positionen vertreten und war etwa für sein Gastspiel mit dem rechtsextremen Aktivisten Nick Fuentes in die Kritik geraten.
Illouz verteidigte seinen Vorstoss als Massnahme zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen und betonte, dass es nicht darum gehe, in die amerikanische Politik einzugreifen, sondern die Grundlagen der amerikanisch-israelischen Allianz zu schützen.
In den USA ist die Unterstützung Israels unter jungen Konservativen laut Berichten zuletzt rückläufig, während Stimmen wie die von Carlson und Owens jüngerem Publikum Zulauf finden. Diese Debatte spiegelt breitere Spannungen über amerikanische Aussenpolitik und die Rolle Israels in konservativen Kreisen wider.