Britischer Schauspieler reagiert auf kontroversem Online-Backlash.
Der britische Schauspieler Hugh Laurie hat sich scharf gegen Vorwürfe gewehrt, er sei ein «Zionist», nachdem er online für einen Nachruf auf die verstorbene israelische Produzentin Dana Eden kritisiert worden war.
Laurie hatte auf der Plattform X (ehemals Twitter) der 52-jährigen Eden gedacht, die als Mit-Schöpferin und Produzentin der international erfolgreichen Apple-TV+-Serie «Tehran» galt und vergangenen Woche tot in einem Hotelzimmer in Athen gefunden wurde. In seinem Beitrag nannte er ihren Tod «schrecklich», würdigte sie als «brillant, witzig und eine aussergewöhnliche Führungspersönlichkeit» und sprach Angehörigen sein Beileid aus.
Was als persönliche Würdigung gedacht war, verwandelte sich schnell in einen politisch aufgeladenen Konflikt im Netz: Einige Nutzer reagierten mit scharfer Kritik und bezeichneten Eden als «Teil des Propagandaapparats der Besatzungsmacht». Andere warfen Laurie vor, er unterstütze «Zionismus», allein weil er mit einer israelischen Produzentin zusammengearbeitet und ihr öffentliches Mitgefühl geäussert habe.
In seiner Antwort machte Laurie deutlich, dass er diese Zuschreibung zurückweist. «Nichts, was ich jemals gesagt oder getan habe, könnte einen vernünftigen Menschen zu der Annahme führen, dass ich ein Zionist bin», schrieb er. Gleichzeitig betonte er, dass er nicht zulassen wolle, dass Menschen den Tod eines Freundes verhöhnen: «Wenn jemand sich über den Tod eines Freundes von mir freut, werde ich ihn blockieren.» Personen, die das nicht nachvollziehen könnten, schloss er mit scharfer Sprache aus.
Lauries zweite Reaktion zog zusätzliche Kritik auf sich – diesmal von Unterstützern Israels, die seinen energischen Distanzierungsversuch als unangemessen oder «schwach» brandmarkten und seinen Umgang mit dem Begriff «Zionismus» in Frage stellten.
Der Vorfall zeigt, wie schnell persönliche Traueräusserungen in sozialen Medien politisiert werden können und wie die Debatte um Israel und politische Identitäten in der digitalen Öffentlichkeit ein breites und zugleich polarisiertes Echo findet.