Budapest 01. Nov 2026

Herzogs jüdischer Weltrat zieht gemischte Bilanz

Teilnehmende der Initiative «Voice of the People»  am 19. Oktober in Budapest.

150 jüdische Persönlichkeiten sollten auf Initiative des israelischen Präsidenten Antworten auf zentrale Herausforderungen finden. Nach 18 Monaten stehen konkrete Projekte, aber auch Kritik am Verfahren.

Die von Israels Präsident Isaac Herzog angestossene Initiative «Voice of the People» hat bei ihrer Abschlusskonferenz in Budapest eine gemischte Bilanz gezogen. Die Mitglieder entwickelten 38 Projekte; 21 erhielten Anschubfinanzierungen von jeweils bis zu 20 000 Dollar.

Dem Rat gehörten je 50 Personen aus Israel, Nordamerika und der übrigen Welt an. Ihre Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit Antisemitismus, innerjüdischer Polarisierung, jüdischer Identität, dem Verhältnis zwischen Israel und Diaspora sowie den Beziehungen zu Nichtjuden. Zu den Ergebnissen zählen Unterrichtsmaterialien für gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine Plattform, die israelische Reisende mit jüdischen Gastgeberfamilien verbindet.

Die Zusammenarbeit offenbarte jedoch erhebliche Spannungen. Einige linksgerichtete Mitglieder fühlten sich bei Diskussionen über den Gazakrieg ausgebremst, während ultraorthodoxe Teilnehmende pluralistische Grundannahmen beanstandeten. Andere kritisierten unklare Vorgaben und die Kontrolle der Projektentscheidungen durch die Organisatoren. Zur Abschlusskonferenz kamen 89 der ursprünglich 150 Mitglieder.

Für die nächste Runde verspricht die Leitung klarere Abläufe. Herzog betonte seinerseits, Israel müsse der Diaspora stärker zuhören: Entscheidungen und Äusserungen in Israel hätten Auswirkungen auf Juden weltweit.


Debora Danan