77 Jahre nach der Überführung von Theodor Herzl nach Jerusalem sind nun auch seine Grosseltern auf dem Herzlberg beigesetzt worden.
Mit der feierlichen Umbettung von Shimon Leib und Rivka Herzl aus dem serbischen Zemun nach Jerusalem wurde ein letzter Wunsch des Begründers des politischen Zionismus erfüllt. An der staatlichen Zeremonie nahmen unter anderem Israels Präsident Isaac Herzog, Ministerpräsident Binyamin Netanyahu sowie Vertreter der Zionistischen Weltorganisation (WZO) teil.
Die sterblichen Überreste des Ehepaars waren in den vergangenen Tagen nach einem mehrjährigen diplomatischen Verfahren aus dem jüdischen Friedhof in Zemun bei Belgrad exhumiert und nach Israel überführt worden. Herzl hatte in seinem Testament verfügt, dass seine sterblichen Überreste und jene seiner engsten Familienangehörigen nach der Gründung eines jüdischen Staates in Eretz Israel beigesetzt werden sollten. Seine eigene Umbettung von Wien nach Jerusalem erfolgte 1949; später wurden auch seine Eltern, Schwester, Kinder und sein Enkel auf dem Herzlberg bestattet. Mit der Beisetzung der Grosseltern gilt dieser Wunsch nun als vollständig erfüllt.
Besondere symbolische Bedeutung kommt Herzls Grossvater Shimon Leib zu. Er wirkte als Schofarbläser in der Synagoge des Rabbiners Jehuda Alkalai, eines frühen Vordenkers des politischen Zionismus. Nach Angaben der WZO prägte diese Verbindung auch den jungen Theodor Herzl. Präsident Herzog erklärte an der Zeremonie, Visionen würden «am Sabbattisch weitergegeben» – nicht durch Dokumente, sondern durch familiäre Tradition.
WZO-Präsident Yaakov Hagoel sprach von einem «historischen Kreis, der sich schliesst». Mit der Heimkehr von Herzls Grosseltern würden nun auch die Wurzeln der Familie an jenen Ort zurückkehren, für dessen Verwirklichung Herzl sein Leben eingesetzt habe.