Übersicht der «New York Times»: über eine Viertel Milliarde Dollar seit Juli.
Nach Recherchen der «New York Times» hat Elon Musk seit Anfang Juli über 276 Millionen Dollar an republikanische Gruppierungen und seine eigene Wahlorganisation (Super-PAC) geleitet. Insgesamt hat der reichste Mensch der Welt etwa 366 Millionen Dollar in diese Zwischenwahlen gesteckt. Die Mittel sollen vornehmlich der Mobilisierung von Trump-Anhängern und republikanischen Stammwählern dienen, die von ihrem Präsidenten enttäuscht sind und/oder dazu neigen, Zwischenwahlen auszusitzen. Dies gilt etwa für Weisse mit geringerer Bildung, Jüngere und Angehörige von Minderheiten.
Musk ist damit der mit Abstand grösste, namentlich Spender im aktuellen Wahlkampf. Die Times hat die entsprechenden Zahlen direkt von Vertreter Musks noch vor Ablauf einer Meldefrist bei der Bundeswahlbehörde am Donnerstag erhalten und die Informationen gestern Montag publiziert.
Musk hat demnach insgesamt 158 Millionen Dollar an den «Senate Leadership Fund» gegeben, um die republikanische Mehrheit in der oberen Kongresskammer zu retten. Daneben gingen zehn Millionen Dollar an den umstrittenen Senats-Kandidaten Ken Paxton in Texas (siehe separate Meldung), dem Standort von Musk-Konzernen wie Tesla und SpaceX. Paxton betreibt Ermittlungen gegen die Musk-kritische Plattform «Media Matters», so die Times. Auch der «Senate Leadership Fund» hilft vor allem Paxton aus.
Musk hat damit im Wahlzyklus 2025/26 bereits deutlich mehr Geld gespendet als die 290 Millionen Dollar im Wahlkampf 2024 für Trump und andere Republikaner. Laut dem Bericht hat er zudem seinerzeit, aber auch heute «weitere, nicht öffentlich ausgewiesene Spenden» in unbekannter Höhe getätigt. Bemerkenswert dabei ist nicht zuletzt, dass Musk und Trump im Mai 2025 öffentlich miteinander gebrochen haben und Musk noch in den letzten Monaten mit der Gründung einer dritten Partei gedroht hat.
Ob die immensen Investitionen fruchten, erscheint indes als fraglich. Das Super-PAC von Musk setzt verstärkt auf Kulturkampf-Themen, insbesondere auf Attacken gegen Transgender-Menschen (zu denen eine Tochter von Musk zählt, (Link). Doch in der laufenden Kampagne sind diese «Woke»-Themen gegen «Erschwinglichkeit» bei Lebenshaltungskosten, sowie KI-Datenzentren und den Iran-Krieg in den Hintergrund getreten.