POLEN 13. Feb 2018

Gesetzgebung könnte koscheres Schlachten einschränken

Europäisch-Jüdische Vereinigung: Export von Koscherfleisch könnte auch gefährdet sein.  

Ein polnisches Tierschutzgesetz könnte dem Schächten von koscherem Fleisch Beschränkungen auferlegen und eventuell sogar den Export von Koscherfleisch zu anderen jüdischen Gemeinden Europas blockieren. Diese Befürchtung äusserten Persönlichkeiten der Europäisch-Jüdischen Vereinigung (EJA). «Die Gesetzesvorlage könnte dem Export von polnischem Koscherfleisch Beschränkungen auferlegen», sagte Rabbi Menachem Margolin, Vorsitzender der EJA. Das würde grosse Teile der europäischen Gemeinden Europas betreffen. Margolin wolle nach eigenen Worten die Gesetzgebung bekämpfen, die der Religionsfreiheit widerspreche. Das Gesetz könnte bei Wiederhandlung eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren nach sich ziehen. «Ich will mir nicht vorstellen, was die nächste Stufe sein wird nach der Verabschiedung des Holocaustgesetzes und der Einführung von Restriktionen auf das Koscher-Schächten in Polen», sagte Margolin, der die israelische Regierung aufruft, die Sache in allen Diskussionen zwischen den Regierungen zur Sprache zu bringen. Die polnische Regierung hat schon in der Vergangenheit ein Gesetz verabschiedet, das das Schächten von Koscherfleisch verbietet, doch wurde das Gesetz 2015 vom polnischen Verfassungsgericht mit der Begründung annulliert, es verletze die Religionsfreiheit. 

Redaktion