Netanyahu gerät wegen KI-Wahlvideo über Eisenkot unter Beschuss
Ein von Ministerpräsident Binyamin Netanyahu veröffentlichtes KI-generiertes Wahlkampfvideo hat in Israel heftige Kritik ausgelöst. Gegner werfen ihm vor, darin indirekt den 2023 im Gazakrieg gefallenen Sohn seines wichtigsten politischen Herausforderers, Gadi Eisenkot, zu verspotten.
In dem Video läuft Eisenkot zunächst auf einen jungen Mann mit einem T-Shirt der Aufschrift «Israeli Unity» zu, geht jedoch an ihm vorbei und umarmt stattdessen den arabisch-israelischen Politiker Mansour Abbas. Anschliessend erscheint die Botschaft: «Eisenkot hat keine Regierung ohne Yair Golan und die arabischen Parteien.» Kritiker sehen in dem jungen Mann eine Anspielung auf Gal Eisenkot, der im Dezember 2023 als Reservist im Gazastreifen getötet wurde. Auch zwei Neffen Eisenkots fielen im Krieg.
Der Likud wies die Vorwürfe zurück. Die Figur im Video stelle nicht Gal Eisenkot dar; entsprechende Interpretationen seien unbegründet. Dennoch löste der Clip eine Debatte über die Grenzen des digitalen Wahlkampfs und den Einsatz künstlicher Intelligenz in der politischen Kommunikation aus.
Der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot gilt derzeit als aussichtsreichster Herausforderer Netanyahus bei den israelischen Parlamentswahlen im Oktober. Seine persönliche Geschichte – der Verlust seines Sohnes und zweier Neffen im Gaza-Krieg – hat ihn für viele Israelis zu einer Symbolfigur des persönlichen Opfers gemacht.