Republikaner verlieren zwei Mandate in Florida.
Bei Sonderwahlen in Florida konnten Linksliberale gleich zwei verlässlich republikanische Sitze in Florida gewinnen – einen davon in dem Wahlbezirk von Palm Beach County, in dem sich Trumps Anwesen Mar-a-Lago befindet. Dort hat sich die Demokratin Emily Gregory in einem hart umkämpften Rennen für das Repräsentantenhaus des Bundesstaates gegen einen von Trump persönlich unterstützten Republikaner durchgesetzt. Die Demokraten hatten massiv Spenden und Helfer in das symbolisch bedeutsame Rennen investiert. Ihnen gelang zudem auf der Ostseite des Sunshine State in Tampa bei einem Rennen um einen Senats-Sitz ein knapper Sieg.
Die Erfolge ändern nichts an der Machtverteilung im Parlament von Florida, wo die Republikaner über eine absolute Mehrheit verfügen. Der Gliedstaat ist seit der Obama-Ära zunehmend konservativer geworden, was etwa am Wechsel von wirtschaftlich unzufriedenen Hispanics und anderen Stimmberechtigten aus der Arbeiterschicht zu den Konservativen liegt.
Gleichwohl sind die Ergebnisse ein Rückschlag für Trump und seine Partei. Denn die Niederlagen setzen einen seit dem Vorjahr laufenden Trend fort: Konservative haben in Hochburgen wie Arkansas, Louisiana und Texas auf lokaler Ebene bei 28 Sonderwahlen einst sichere Sitze verloren (Link).
Emily Gregory in Palm Beach County kommt aus dem Gesundheitsbereich und leitet ein Fitnessstudio für Mütter nach der Entbindung. Als Quereinsteigerin steht sie für zahlreiche neue Gesichter bei den Demokraten landesweit, darunter etliche Militär-Veteranen, die frischen Wind in die eigene Partei bringen wollen.
Noch 2024 hatte der republikanische Amtsinhaber in «Trumps Hinterhof» mit einem Vorsprung von 19 Punkten gewonnen. Gregory fokussierte jedoch weniger auf den Präsidenten, als auf Lebenshaltungskosten und Steuern – ihre Partei erringt mit Versprechen zu Erschwinglichkeit auch bei Gouverneurs- und Wahlen für den US-Kongress Erfolge.
Die demokratische Parteivorsitzende in Florida, Nikki Fried, gibt sich denn auch optimistisch: «Dieser Sieg bekräftigt einen unbestreitbaren Trend in Florida: Durch ganzjährige organisatorische Arbeit und Investitionen in die Parteistrukturen können die Demokraten überall antreten und gewinnen – selbst in Donald Trumps eigenem Hinterhof… Die Einwohner Floridas haben genug von dem Chaos, der Korruption und den explodierenden Preisen für alles – von Lebensmitteln über Benzin bis hin zur Gesundheitsversorgung.»
Bemerkenswert ist zudem, dass Trump – wie die First Lady und sein Sohn Barron – per Briefwahl abgestimmt hat. Gleichzeitig will er mit dem «SAVE America Act» im US-Kongress stringente Auflagen für Wahlen durchsetzen, die weitgehende Beschränkungen für die Briefwahl vorsehen (Link).