Jüdischer Weltkongress vermeldet internationale Erklärung zu KI und Antisemitismus.
Der Jüdische Weltkongress (WJC) begrüsst eine gemeinsame Erklärung von 52 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, die den Kampf gegen Antisemitismus als internationale Menschenrechtspriorität bekräftigt und stärkere Massnahmen zur Bekämpfung der wachsenden Bedrohung durch Antisemitismus durch künstliche Intelligenz fordert.
Die Initiative kam 2020 unter der Führung Österreichs, Tschechiens und der Slowakei im Rahmen ihrer trilateralen Slavkov-Kooperation zustande und stellt laut dem WJC «eine der wenigen nachhaltigen multilateralen Bemühungen, den Kampf gegen Antisemitismus fest auf die Tagesordnung des UN-Menschenrechtsrats zu setzen. Die Initiative befasst sich mit Themen wie Online-Antisemitismus, Hass im und durch Sport, interreligiösem Dialog und in diesem Jahr mit den Risiken und Chancen künstlicher Intelligenz.
Der scheidende WJC-Präsident Ronald S. Lauder hebt die Rolle der von ihm geführten Organisation dabei hervor. Antisemitismus sei nicht nur ein jüdisches Anliegen, sondern eine Menschenrechtsfrage, und ihre Auseinandersetzung erfordert die Aufmerksamkeit und das Engagement der internationalen Gemeinschaft. Die Initiative sei ein Beispiel für die Wirksamkeit eines beharrlichen Engagements bei diesen Fragen.
Nun dürfe künstliche Intelligenz «kein neuer Motor für alten Hass werden. Wir können nicht zulassen, dass sich Antisemitismus, Holocaust-Verzerrungen und Verschwörungstheorien schneller und weiter verbreiten, nur weil sich die Technologie verändert hat. Wir können auch nicht zulassen, dass heilige Begriffe wie Völkermord von denen, die den Juden Schaden zufügen wollen, neu definiert werden.» Regierungen und Technologieunternehmen hätte die Verantwortung, jetzt zu handeln, bevor diese Gefahren noch schwerer einzudämmen seien.
Zudem erkenne die Erklärung die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus als praktisches Instrument an, das bei der Identifizierung und Abschwächung antisemitischer Vorurteile helfen könne. Die Initiative ist laut Lauder Teil des umfassenderen und nachhaltigen Engagements des WJC im UN-Menschenrechtsrat.
Bemerkenswert erscheint an der Liste zudem, dass die USA, aber auch Israel bei den Unterzeichnern anhin fehlen. Für Washington mag dabei eine Rolle spielen, dass Trump Auflagen jeder Art für KI ablehnt (Link).