Israel 16. Feb 2026

Charedi attackieren IDF-Soldatinnen

Polizisten evakuieren zwei Soldatinnen die am Sonntag von Untraorthodoxen im Jerusalemer Quartier Bnei Brak attackiert wurden. 

Gerüchte um Eizugs-Befehle für Strenggläubige lösen gewalttätige Unruhen in Bnei Brak aus.  

Am Sonntag kam es laut «Yeshiva World» im Jerusalemer Quartier Bnei Brak zu einem «Tumult», nachdem dort zwei weibliche Soldatinnen auftauchten. Dies löste Gerüchte aus, dass die Frauen Einberufungsbescheide verteilen sollten. Rasch sammelte sich eine wütende Menge von über tausend Charedim um die Soldatinnen. Das Erscheinen von Polizeikräften stachelte den Aufruhr weiter an. Die Soldatinnen konnten unverletzt fliehen. Aber in der HaRav-Shach-Strasse wurde ein Polizeifahrzeug und ein Polizeimotorrad in Brand gesetzt. Dort entdeckten Polizeibeamte später einen verbrannten Siddur und Tefillin im Staufach – das Bike war offenkundig Dienstfahrzeug eines orthodoxen Beamten.

Die IDF stellte später klar, dass die Soldatinnen nicht der Militärpolizei angehörten und im Rahmen ihrer Tätigkeit im Bildungs- und Jugendkorps eine Kameradin in deren Wohnung im Viertel besuchen wollten. Die Polizei nahm schliesslich über ein Dutzend an den Auseinandersetzungen und Ausschreitungen Beteiligten fest, darunter eine Frau.

Die Ausschreitungen zeigen die Sensibilität des Themas Militärdienst für Charedi-Gemeinschaften und wurden angefangen von den Sicherheitskräften quer durch Behörden und Politik verurteilt. So erklärte der ehemalige Oberrabbiner HaRav Yosef Yitzchak: «Man muss die wenigen Randalierer, die eine Schändung des Namens Gottes begehen, aufs Schärfste verurteilen. Die Tora lehrt, dass … alle ihre Pfade Wege des Friedens sind. Das Verhalten der Demonstrierenden hat unter uns keinen Platz. Sie müssen verurteilt und aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.»

Auch Premier Binyamin Netanyahu verurteilte die gewalttätigen Ausschreitungen in Bnei Brak aufs Schärfste. Bei den Protestierenden handele es sich jedoch «um eine extremistische Minderheit, die nicht die breitere charedische Gemeinschaft repräsentiert. Dies ist eine schwerwiegende und inakzeptable Tat. Wir werden keine Anarchie zulassen und keinerlei Übergriffe auf Angehörige der israelischen Streitkräfte oder Sicherheitskräfte dulden» (Link).
 

Andreas Mink