Norman Finkelstein stellt Berichte über sexuelle Gewalt vom 7. Oktober infrage
Der amerikanische Politikwissenschaftler und Israel-Kritiker Norman Finkelstein hat in einem Podcast mit dem linken Streamer Hasan Piker erneut die Berichte über sexuelle Gewalt während des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 bestritten. Bei der Vorstellung seines neuen Buches erklärte Finkelstein, es gebe keine belastbaren Beweise für systematische sexuelle Übergriffe durch Hamas-Terroristen und behauptete wörtlich, dies habe „nie stattgefunden“.
Finkelstein bezog sich dabei auf die Arbeit der israelischen Juristin Cochav Elkayam-Levy, die die zivile Untersuchungskommission zu den Verbrechen der Hamas gegen Frauen und Kinder leitet. Er argumentierte, dass trotz eines Archivs von rund 10'000 Fotos und Videosequenzen keine eindeutigen Belege vorlägen.
Elkayam-Levy wies diese Darstellung entschieden zurück. Sie erklärte, Finkelstein verdrehe ihre Forschung und ignoriere umfangreiche Zeugenaussagen, forensische Erkenntnisse sowie weitere Beweise. Ihre Kommission dokumentiere weiterhin zahlreiche Fälle mutmasslicher sexueller Gewalt während des Angriffs vom 7. Oktober.
Die Frage sexueller Gewalt durch Hamas-Kämpfer gehört seit den Anschlägen zu den am heftigsten umstrittenen Themen des Konflikts. Israel verweist auf Ermittlungen, Zeugenaussagen und Berichte internationaler Expertinnen und Experten, die sexuelle Gewalt dokumentieren. Kritiker einzelner Untersuchungen bemängeln dagegen Lücken in der Beweislage oder ziehen deren Schlussfolgerungen in Zweifel. Finkelsteins Äusserungen dürften die bereits stark polarisierte Debatte weiter verschärfen.