Missbrauchs-Vorwürfe 11. Jan 2018

Berufliche Konsequenzen für zwei prominente US-Journalisten

Die Welle von Anschuldigungen gegen Männer in Politik und Wirtschaft der USA hält an.

FoxNews hat den bekannten Reporter James Rosen nach 18 Jahren erfolgreicher Arbeit aus nicht genannten Gründen entlassen. Aus dem Sender wurde jedoch bekannt, dass der Washington-Korrespondent aufgrund von Missbrauchs-Vorwürfen gehen musste. Demnach hat der TV-Veteran weibliche Kolleginnen regelmässig mit aggressiven Flirts belästigt und insgesamt fünf Frauen an dem Sender mit körperlichen Aufdringlichkeiten zu Sex aufgefordert (Link).

 

Der konservative Sender hat seit dem Herbst 2016 neben dem inzwischen verstorbene Gründer Roger Ailes und dem beliebten Moderator Bill O´Reilly weitere wichtige Mitarbeiter aufgrund von Missbrauchs-Vorwürfen entlassen. O´Reilly und die anderen, noch lebenden Männer streiten die Anschuldigungen bislang ab. Der Sender hat jedoch über die Jahre mindestens 45 Millionen Dollar an Abfindungen an von O´Reilly belästigte Frauen gezahlt.

 

Rosen ist verheiratet und hat Kleinkinder. Er ist Spezialist für Aussenpolitik mit exzellenten Verbindungen speziell bei der Nordkorea-Politik und auch als Buchautor hervorgetreten. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender NPR gehen die Vorwürfe gegen ihn bis auf das Jahr 2001 zurück. FoxNews hat Rosen nun ohne jede Erklärung entlassen.

 

Glimpflicher kam mit Joel Achenbach ein weiterer Medien-Veteran davon. Die «Washington Post» hat den für Datenanalyse bekannten Reporter für 90 Tage ohne Bezahlung vom Dienst suspendiert. Dies geschah aufgrund einer internen Untersuchung von Missbrauchs-Vorwürfen. Der 57-Jährige hat sich öffentlich für «unanständiges Verhalten am Arbeitsplatz» und bei den betroffenen Frauen persönlich entschuldigt (Link).

 

Achenbach ist seit 1990 bei der Post, hat etliche Bücher etwa über das Desaster einer BP-Öl-Plattform im Golf von Mexiko 2010 geschrieben und wurde mit dem vielbeachteten «Achenblog» ein Pionier des Internet-Journalismus. Konkrete Missbrauchsvorwürfe gegen ihn wurden anhin nicht bekannt.

Andreas Mink