Der konservative Medien-Macher und seine Plattform «Daily Wire» verlieren deutlich an Publikum. Grund dürfte Shapiros Unterstützung für Israel sein.
Die auch unter Republikaner speziell bei Jüngeren zunehmende Kritik an Israel (Link) erreicht konservative Plattformen. So galt der von Ben Shapiro gegründete «Daily Wire» am Ende der ersten Trump-Regierung 2020 noch an der Spitze bei Reichweiten und übertraf zeitweise sogar «Fox News», «CNN» und die «New York Times». Doch in der zweiten Trump-Ära verliert Shapiro rasant an Publikum. Seine Plattform hat jüngst erneut Entlassungen vorgenommen.
Laut «New York Magazine» finden Beiträge auf dem Youtube-Kanal von «Daily Wire» nurmehr vierstellige Klick-Zahlen und meistgelesene Kommentare machen sich über die geringen Aufrufzahlen lustig.
Laut dem Bericht haben Shapiro und Mitgründer Jeremy Boreing schlecht gewirtschaftet und mit Investitionen in Spielfilme oder eine epische Fantasy-Serie viel Geld verloren. Eigentliches Problem sei aber Shapiros beharrliche Unterstützung Israels besonders nach dem 7. Oktober und im laufenden Krieg gegen Iran. Gerade der Krieg treibe die Spaltung der Konservative in Kritiker und Unterstützer Israels weiter, wobei Ablehnung unter jüngeren Konservative bereits überwiege.
Shapiro gehört der orthodoxen Strömung an und wird als «überzeugter, klassischer Neokonservativer;» bezeichnet. Einstige Angestellte wie Candace Owens finden inzwischen mit teilweise offen antisemitischen Position deutlich grösseren Zuspruch, als Shapiro. Auch die einstigen Trump-Propagandisten Tucker Carlson und Megyn Kelly agitieren nun gegen Israel, attackieren Shapiro und haben sich teilweise auch vom Präsidenten abgewendet.
So bezeichnet der Bericht den «Niedergang des `Daily Wire´ als ernste Warnung für traditionelle Republikaner». Junge Konservative würden den Krieg gegen den Iran als «Sumpf», Katastrophe für die USA und «Ergebnis der israelischen Aussenpolitik» sehen: «In einer Zukunft nach Trump werden sie kaum noch den Wunsch verspüren, solche Interventionen zu wiederholen.» Für «Shapiro-Republikaner» wäre dann kein Platz mehr in der Partei (Link).